Bundesliga – HSV kommt gegen Köln nicht aus der Krise

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BundesligaHSV kommt gegen Köln nicht aus der Krise

Köln erkämpft sich bei der Mannschaft von Trainer Labbadia ein Remis und will sich in den Rosenmontags-Umzug stürzen. Die Hamburger warten seit sechs Spielen auf einen Sieg.

07.02.2016; Hamburg; Fussball 1. Bundesliga - Hamburger SV - 1. FC Koeln; Anthony Modeste (L, Koeln) gegen Johan Djourou (Valeria Witters/freshfocus)

07.02.2016; Hamburg; Fussball 1. Bundesliga - Hamburger SV - 1. FC Koeln; Anthony Modeste (L, Koeln) gegen Johan Djourou (Valeria Witters/freshfocus)

Valeria Witters/freshfocus

Es ist nicht immer drin, was draufsteht. Das zum Topspiel des 20. Bundesliga-Spieltags erhobene Duell der Bayern mit Leverkusen bot ebenso wenig Spitzenfußball und Tore wie die Partie zwischen dem Zweiten und Dritten Borussia Dortmund und Hertha BSC. Profiteure an der Tabellenspitze waren zwei andere Clubs: Der FC Schalke 04 kletterte nach dem 3:0 gegen völlig verunsicherte Wolfsburger auf Champions-League-Rang vier. Borussia Mönchengladbach schoss sich gegen Werder Bremen (5:1) aus der heraufziehenden Krise.

Rekordmeister Bayern trauerte zwar dem vergebenen Sieg nach, durfte sich nach dem 0:0 beim clever agierenden Werksclub aber nicht wirklich beschweren. «Ich bin schon enttäuscht, weil wir einen Big Point hätten machen und die Führung ausbauen können», sagte Bayern-Abwehrchef Holger Badstuber. So bleibt es beim Polster von acht Punkten auf den BVB.

Müller: «Versuch, Unruhe zu stiften»

Dass Mutmaßungen über eine schlechte Stimmung im Münchner Starensemble am Erfolgswillen genagt haben könnten, hält Thomas Müller für Blödsinn. «Es wird zurzeit versucht Unruhe zu stiften», sagte der Nationalspieler, den Trainer Pep Guardiola überraschend erst in der 60. Minute aufbot, und fügte schelmisch hinzu: «Ich verstehe ja, dass Restdeutschland sich die Bundesliga mit einem kleineren Punkteabstand wünscht.» Zufrieden war hingegen Bayer-Coach Roger Schmidt, den Münchnern als erst dritter Club zumindest einen Zähler abgeluchst zu haben: «Insgesamt war es großartig.»

Auch der Überraschungsdritte Hertha konnte sich mehr über das Remis freuen als die Dortmunder. Berlins Trainer Pal Dardai zeigte sich stolz über «ein genießbares 0:0». Für BVB-Abwehrchef Mats Hummels war «das Ergebnis okay, weil wir keine Topleistung gebracht haben». Dazu passt, dass der Borussia erstmals in dieser Saison kein eigener Treffer gelang. Wohl auch, weil Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang, der zuvor in 19 Spielen 20 Mal traf, neben sich stand.

Schalke schlägt Wolfsburg, VfB im Aufwind

Gut drauf ist nach dem 3:0 gegen desolate Wolfsburger der FC Schalke. Trainer André Breitenreiter - nach dem 1:3 gegen Bremen zum Rückrundenauftakt in der Kritik - freute sich über ein «fantastisches Spiel» und den Sprung auf Rang vier. Ganz bitter war die Rückkehr von Julian Draxler, der für rund 35 Millionen Euro zu den Niedersachsen gewechselt war. Neben den Pfiffen und Beschimpfungen musste der einstige Liebling auf Schalke die siebte Partie ohne Sieg verkraften. «Ein Spiel zum Vergessen», sagte Draxler.

Dagegen werden sich der VfB Stuttgart und der FC Ingolstadt gern an diese Phase der Meisterschaft erinnern. Die Schwaben sind nach dem 4:2 bei Eintracht Frankfurt, dem vierten Sieg in Serie mit dem neuen Chefcoach Jürgen Kramny, die Mannschaft der Stunde. Zehn Punkte beträgt jetzt der Abstand auf Platz 18. Mitte Dezember war der VfB noch Tabellenletzter. Der Erfolg macht nun sogar Hoffnung auf einen Pokal-Coup am Dienstag gegen Dortmund. «Wir sind auch nicht chancenlos», meinte Kramny.

HSV rettet 1:1, Hoffenheim am Boden

Noch besser als der VfB stehen die Ingolstädter nach dem 2:1 gegen den FC Augsburg da – jedoch mit viel Glück durch einen umstrittenen Foulelfmeter (85. Minute), den Moritz Hartmann verwandelte. «Bitter für Augsburg, aber gut für uns», befand FCI-Trainer Ralph Hasenhüttl. Kollege Markus Weinzierl war dagegen wütend: «Wenn ich sechs Meter weg stehe und pfeife den Elfer, da fehlen mir die Worte.»

Im ersten Sonntag-Spiel bewahrte Nicolai Müller (47.) den Hamburger SV beim 1:1 (0:1) gegen den 1. FC Köln vor der vierten Heimpleite hintereinander. Simon Zoller (41.) hatte die Rheinländer im Volksparkstadion in Front gebracht. Die Hanseaten warten nun schon seit sechs Spielen auf einen Dreier. «Wir wissen, dass wir intensive Arbeit vor uns haben», sagte HSV-Coach Bruno Labbadia.

Noch viel schlechter steht 1899 Hoffenheim mit nur zwei Saisonsiegen da. Das Team von Trainer Huub Stevens taumelt nach dem 0:2 (0:1) gegen Darmstadt 98 dem Abstieg entgegen. Aytac Sulu (33.) und Slobodan Rajkovic (85.) sorgten am Sonntag für Jubel beim Aufsteiger, der nach dem fünften Auswärtssieg kräftig durchatmen kann.

Fassungslosigkeit herrscht wie in Hoffenheim beim punktgleichen Schlusslicht Hannover 96 (beide 14 Zähler). Nach der 14. Saisonpleite gegen Mainz 05 (0:1) und der dritten mit Trainer Thomas Schaaf rückt der Absturz immer näher. «Man sieht, es ist totale Verunsicherung, es ist Angst da», sagte Schaaf. Wenig Zuversicht hat Kapitän Christian Schulz, nach der desaströsen Vorstellung den Klassenverbleib zu erkämpfen: «So, wie wir heute gespielt haben, schaffen wir es nicht.»

(L'essentiel/dpa)

Ergebnisse und Tabelle Fußball-Bundesliga

20. Spieltag:

Freitag, 05.02.2016:

Bor. Mönchengladbach - Werder Bremen 5:1

Samstag, 06.02.2016:

FC Ingolstadt 04 - FC Augsburg 2:1

FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg 3:0

Hannover 96 - FSV Mainz 05 0:1

Hertha BSC - Borussia Dortmund 0:0

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 2:4

Bayer Leverkusen - Bayern München 0:0

Sonntag, 07.02.2016:

Hamburger SV - 1. FC Köln 1:1

1899 Hoffenheim - Darmstadt 98 0:2

1. Bayern München 20 50:9 53

2. Borussia Dortmund 20 52:24 45

3. Hertha BSC 20 29:21 35

4. FC Schalke 04 20 29:26 33

5. Bayer Leverkusen 20 29:21 32

6. Bor. Mönchengladbach 20 40:35 32

7. FSV Mainz 05 20 25:24 30

8. VfL Wolfsburg 20 29:28 27

9. 1. FC Köln 20 21:26 26

10. FC Ingolstadt 04 20 14:21 26

11. Darmstadt 98 20 21:29 24

12. VfB Stuttgart 20 31:41 24

13. Hamburger SV 20 22:28 23

14. FC Augsburg 20 22:28 21

15. Eintracht Frankfurt 20 26:34 21

16. Werder Bremen 20 24:41 19

17. 1899 Hoffenheim 20 18:30 14

18. Hannover 96 20 19:35 14

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