Jemen – Hunderttausende bei neuen Massenprotesten

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JemenHunderttausende bei neuen Massenprotesten

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa haben sich hunderttausende Menschen zu Kundgebungen versammelt - sowohl für als auch gegen Präsident Ali Abdallah Saleh.

Protestler küsst Soldaten in Sanaa.

Protestler küsst Soldaten in Sanaa.

AFP

Die Regierungsgegner kamen auf einem Platz nahe der Universität von Sanaa zusammen, während sich vor dem Präsidentenpalast die Anhänger des Staatschefs versammelten. In einer Rede vor seinen Anhängern gab sich Saleh kämpferisch. «Wir widerstehen, wir widerstehen standhaft», rief der seit 32 Jahren regierende Präsident der Menge zu, unter der auch zahlreiche Stammesangehörige waren.

«Abenteurer und Verschwörer»

Saleh bot den überwiegend jugendlichen Demonstranten, die seit mehr als einem Monat vor der Universität campieren, erneut Gespräche an. Er sei grundsätzlich bereit, die Macht abzugeben, sagte er. Zugleich betonte er jedoch, dass sie in «sichere Hände» übergeben werden müsse, nicht an «Revanchisten und Korrupte». Die Führer der Opposition bezeichnete der Präsident als «Abenteurer und Verschwörer», die «über die Leichen der Märtyrer und Kinder» zur Macht gelangen wollten.

Nächster Protestmarsch am 1. April

Angesichts der Proteste und des Übertritts eines Teils der Armee zur Opposition hatte der seit mehr als drei Jahrzehnten regierende Präsident jüngst angeboten, Anfang 2012 nach der Abhaltung von Parlamentswahlen seine Macht abzugeben. Die Demonstranten beharren aber auf Salehs sofortigem Rücktritt. Am 18. März waren 52 Menschen getötet worden als Anhänger des Präsidenten das Feuer auf die Menge eröffneten. Am 1. April wollen die Gegner des Präsidenten wieder einen Protestmarsch zum Palast durchführen.

L'essentiel Online /

(dpa)

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