Luxemburg: Hunderttausende Kürbisse verschönern den Herbst

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LuxemburgHunderttausende Kürbisse verschönern den Herbst

ROODT – Seit 22 Jahren baut Christian Hahn Kürbisse an. Für Halloween, vor allem aber für den Gaumen.

von
Nicolas Martin

Orange, rot, grün, weiß oder auch mehrfarbig. Auf den Kürbisfeldern um Christian Hahns Bauernhof ist ein breites Farbenspektrum vertreten. In Roodt, im Westen des Großherzogtums bilden hunderte Kürbisse verschiedenster Formen, Butternut und andere, eine außergewöhnliche Kulisse, die wirkt, als sei sie einer Halloween-Party entnommen.

Für den Landwirt bedeutet die Schar an Kürbisgewächsen jedoch mehr. Sie erzählt seine Geschichte. Die Geschichte einer Wette. «Wir haben 2001 angefangen, da war ich 17 Jahre alt», sagt Christian. «Wir haben ganz klein angefangen, auf 15 mal 15 Metern. Ich hatte die Kürbisse im Garten meiner Mutter gesehen und wir haben angefangen, sie auf einem Feld des Bauernhofs meiner Familie anzupflanzen. Wir verkauften sie vor Ort».

Im folgenden Jahr gingen sie auf Märkte in Düdelingen und in Luxemburg-Stadt, bevor sie 2003 ins Cactus-Netzwerk eintraten. Das Abenteuer begann. «Mit dem Boom, den Halloween durchmachte, wurde es größer und größer. Wir haben mit zwei Ar angefangen und sind heute bei circa neun Hektar. Das ist enorm», sagt der Landwirt.

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Vincent Lescaut/L'essentiel

Vincent Lescaut/L'essentiel

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Wenn auch die Trockenheit den diesjährigen Ertrag ein wenig verringert, liegt die Ernte bei weit über 100.000 Stück von 187 Sorten, die «den Herbst farbig machen. Vor zehn Jahren lagen wir bei circa 60.000». Beinahe 90 Prozent verteilen sich auf circa 20 Cactus-Supermärkte, deren Hauptzulieferer er mittlerweile ist. «Aber der Verkauf ab Hof nimmt auch zu. Die Leute kommen gerne auf den Hof, um sich umzusehen», betont er.

Vor dem Bauernhof erkunden die Kinder einer Kindertagesstätte in Windhof alle Sorten. «Wir kommen jedes Jahr zu Besuch. Die Kleinen gehen mit einem Flaschenkürbis wieder heim. Da sind viele Farben dabei. Wir bereiten uns auf Halloween vor und kaufen beim hier ein. Die Kinder nehmen das mit nach Hause und das macht sich auch bei den Eltern bekannt», unterstreicht Tiphanie Gilles, die Direktorin der Kindertagesstätte «Le temps d'un rêve».

Potirons
citrouille
Halloween
Christian Hahn

photo : Vincent Lescaut

Vincent Lescaut/L'essentiel

«Wenn meine Mutter oder ich da sind, geben wir den Leuten Rezepte mit auf den Weg», sagt Christian Hahn. «Häufig kennen die nur Kürbissuppe, aber die Kürbisse sind sehr leicht zu kochen und man kann sie, vom Aperitif bis zum Nachtisch, für alles benutzen. Man kann alles damit machen», sagt Christian. «Wir verkaufen auch für Halloween, aber das Wichtige für mich sind die verschiedenen Geschmacksrichtungen, wie Spargel oder Nuss». Nur circa 30 Sorten sind nicht zum Verzehr geeignet.

«Es ist harte Arbeit, alles wird von Hand mit der Gartenschere geschnitten, aber es ist schön, denn man schneidet nie zwei Mal denselben Kürbis». Die Kürbisernte beginnt in Luxemburg Mitte August und endet, nach drei bis vier Monaten, an Halloween. Wir kaufen die Samen, stellen sie in ein Gewächshaus und pflanzen sie dann, etwa im Mai an».

Potirons
citrouille
Halloween
Christian Hahn

photo : Vincent Lescaut

Vincent Lescaut/L'essentiel

Alles wird in Luxemburg produziert, auf unseren Feldern, in einem Umkreis von circa 3,5 Kilometer um den Bauernhof erstrecken sich die Kürbisfelder, soweit das Auge reicht. Die Erntehelfer sind fleißig. «Regulär habe ich zwischen vier und fünf Saisonarbeiter, für die Auslieferung kommen Freunde und Familie, die mithelfen. Es ist wie früher. Wir machen Kaffee- und Kuchenpausen».

Den Rest des Jahres betreibt der Bauernhof weiterhin Ackerbau, sowie Milch- oder Fleischproduktion. «Und im Winter suche ich fürs nächste Jahr nach neuen Sorten».

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