Andy Schleck gibt auf – «Ich bin innerlich fast durchgedreht»
Publiziert

Andy Schleck gibt auf«Ich bin innerlich fast durchgedreht»

Drei Wochen vor Beginn der Tour de France fällt Andy Schleck immer tiefer: Bei der Königsetappe der Dauphiné-Rundfahrt hat der Luxemburger am Samstag aufgegeben.

Vom Pech verfolgt? am Donnerstag war Andy Schleck bei der Dauphiné-Rundfahrt bereits gestürzt.

Vom Pech verfolgt? am Donnerstag war Andy Schleck bei der Dauphiné-Rundfahrt bereits gestürzt.

Der vermeintliche Super-Radrennstall RadioShack Nissan Trek muss den nächsten Rückschlag verkraften. Teamkapitän Andy Schleck stieg am Samstagmorgen nach 64 Kilometern bei der Dauphiné-Rundfahrt aus und beendete damit ein Rennen, bei dem er von Anfang an ins Hintertreffen geraten war. Der Tour-de-France-Sieger von 2010 hatte in diesem Jahr bereits bei Paris-Nizza und der Katalonien-Rundfahrt aufgegeben.

Bei der Dauphiné-Rundfahrt handelte sich der Profi von Radioshack-Nissan, der eigentlich ein Bergspezialist ist, allein auf der 5. Etappe mit dem schwierigen Anstieg auf den Grand Colombier einen Rückstand von fast 14 Minuten auf den Sieger Arthur Vichot ein. Im Gesamtklassement lag er vor dem Start des vorletzten Teilstücks mehr als 29 Minuten hinter dem Spitzenreiter Bradley Wiggins. Der Brite avanciert immer mehr zum Topfavoriten für die Ende Juni beginnende Frankreich-Rundfahrt.

«Ich habe schon viel zu viele Rennen aufgegeben», hatte Schleck noch am Freitag erklärt - sich dann aber anders entschieden. Bereits am Donnerstag war der Radprofi beim Zeitfahren gestürzt, zuvor hatte er über Knie-Schmerzen geklagt.

Noch kein großer Erfolg

Sein Rennstall, der im Winter durch eine Fusion der Teams RadioShack und Leopard entstanden war und so illustre Fahrer wie die Brüder Schleck, Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara oder Andreas Klöden beschäftigt, konnte 2012 noch keinen großen Erfolg feiern.

Teamchef Johan Bruyneel übte deshalb jüngst heftige Kritik an seinen Fahrern und drohte selbst den Stars mit einer Nichtnominierung für die Tour.

(L'essentiel Online/dpa)

Andy «dreht fast durch»

«Das war eine Riesen-Enttäuschung», erklärte Andy Schleck nach seinem Ausscheiden. «Als ich im Auto saß und die anderen Fahrer vorbeifahren sah, bin ich innerlich fast durchgedreht.» Eigentlich ist man als Radprofi mental sehr stark, aber heute war alles zu viel. Vom Start an, schon auf den ersten 200 Metern hatte ich starke Schmerzen im rechten Bein», so der Profi in einer Mitteilung seines Rennstalls RadioShack-Nissan.

Wird Andy Schleck bis zur Start der Tour de France in gut drei Wochen fit? «Ich mache mir über die Tour keine Sorgen», so der Fahrer weiter. Schießlich sei er in den vergangenen Jahren auch bei der Schweiz-Rundfahrt nicht immer in Bestform gewesen und habe noch drei Wochen Zeit für die Vorbereitung. (L'essentiel Online)

Deine Meinung