Donald Trump – «Ich bin kein Fan von Meghan»

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Donald Trump«Ich bin kein Fan von Meghan»

In einem Interview hat sich der frühere US-Präsident Donald Trump abschätzig über Herzogin Meghan, zu Bidens Politik und zur Corona-Impfung geäußert.

Sollte Herzogin Meghan fürs Weiße Haus kandidieren, wäre er «noch stärker»: Donald Trump äußert sich in einem Interview über Prinz Harrys Frau. (Archivbild)

Sollte Herzogin Meghan fürs Weiße Haus kandidieren, wäre er «noch stärker»: Donald Trump äußert sich in einem Interview über Prinz Harrys Frau. (Archivbild)

Getty Images via AFP/Joe Raedle

Nach den Rassismus-Vorwürfen gegen Teile des britischen Königshauses hat sich der frühere US-Präsident Donald Trump abfällig über Herzogin Meghan geäußert. «Ich bin kein Fan von Meghan», sagte Trump am Dienstagabend dem Sender Fox News. Er habe Königin Elizabeth getroffen und diese sei eine «unglaubliche Person», sagte Trump.

Die Moderatorin des konservativen Senders fragte den Republikaner, was er von Spekulationen halte, dass die amerikanische Staatsbürgerin Meghan sich für die Demokraten um das Präsidentenamt bemühen könnte. Trump antwortete: «Ich hoffe, das wird passieren.» Falls sie kandidieren würde, wäre er «noch stärker» geneigt, sich erneut um die Präsidentschaft zu bewerben, sagte Trump. «Ich bin kein Fan von ihr», wiederholte er.

Meghan, die Frau von Prinz Harry, hatte Anfang März in einem aufsehenerregenden Interview des Senders CBS von Rassismus während der Schwangerschaft mit ihrem Sohn Archie berichtet. Im Palast habe es Bedenken darüber gegeben, wie dunkel der Hautton ihres Sohnes sein werde. Meghans Mutter ist schwarz. Der Palast erklärte daraufhin, die Familie wolle die Vorwürfe privat aufarbeiten.

Trump empfiehlt Corona-Impfung

Trump hat den Menschen in den USA empfohlen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Die Impfungen seien «sicher», «großartig» und «unglaublich» wirksam, sagte Trump am Dienstagabend dem Sender Fox News. Auf die Frage der Moderatorin, ob er den Zuschauern eine Impfung nahelegen würde, sagte der Republikaner: «Ich würde es vielen Menschen empfehlen, die sie nicht wollen – und viele der Menschen haben für mich gestimmt, wirklich.»

Umfragen zufolge betrachten in den USA vor allem viele Republikaner die Corona-Impfung mit Skepsis. Die Impfungen «retten wirklich unser Land, und retten ehrlich gesagt die Welt», sagte Trump in dem telefonischen Interview. Der 74-Jährige, der nach einer Corona-Infektion im vergangenen Jahr selbst an Covid-19 erkrankt war, hatte sich vor dem Ende seiner Amtszeit im Januar noch impfen lassen, wie US-Medien berichteten. Trump bestritt dies in dem Gespräch nicht.

Präsidenten werben gemeinsam

Trump ließ dabei jedoch auch eine Hintertür offen für jene, die sich nicht impfen lassen wollen. «Wir haben unsere Freiheiten und müssen uns daran halten, und das sehe ich auch so. Aber es ist eine großartige Impfung, es ist eine sichere Impfung», sagte Trump.

Vergangene Woche hatten frühere US-Präsidenten aus beiden Parteien – die Demokraten Barack Obama, Bill Clinton, Jimmy Carter und der Republikaner George W. Bush – gemeinsam in einer Werbekampagne zu Corona-Impfungen aufgerufen. «Diese Impfung bedeutet Hoffnung. Sie wird Sie und die, die Sie lieben, vor dieser gefährlichen und tödlichen Krankheit schützen», sagt Obama in einem der Videoclips. Trump war der einzige lebende Ex-Präsident, der nicht teilnahm.

72 Millionen US-Amerikaner geimpft

Insgesamt wurden nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC bislang rund 111 Millionen Dosen Corona-Impfstoff verabreicht. Mehr als 72 Millionen Menschen erhielten demnach mindestens bereits die erste Dosis, rund 39 Millionen gelten bereits als voll geimpft. In den USA werden die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer eingesetzt, bei denen zwei Dosen gespritzt werden, und der Impfstoff von Johnson & Johnson, der bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet.

Experten befürchten, dass die USA schon im Sommer den Punkt erreichen könnten, ab dem das Angebot der Impfstoffe angesichts verbreiteter Skepsis bei den Menschen größer als die Nachfrage ist. Die Regierung von Präsident Joe Biden hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle rund 260 Millionen Erwachsenen im Land zu haben. Insgesamt leben in den USA rund 330 Millionen Menschen.

Trump warnt vor Krise an Südgrenze

Donald Trump hat angesichts der Politik seines Nachfolgers Joe Biden vor einer Krise beispiellosen Ausmaßes an der Südgrenze zu Mexiko gewarnt. «Hunderttausende» Migranten machten sich auf den Weg in die USA, warnte Trump am Dienstagabend im Gespräch mit dem konservativen Sender Fox News. «Sie zerstören unser Land», sagte Trump mit Blick auf die Regierung seines Nachfolgers. Derzeit würden Rekordzahlen illegaler Grenzübertritte vermeldet, aber es werde bald noch «viel, viel schlimmer», sagte Trump. Die Zahlen würden auf ein Niveau ansteigen, «das es noch nie zuvor gab», warnte Trump weiter.

Der Republikaner hatte eine harte Abschottung der Südgrenze zu einer seiner Prioritäten gemacht. Die Regierung des Demokraten Biden hat diese Politik bereits zum Teil zurückgedreht. Seither ist die Zahl der ankommenden Migranten und Flüchtlinge deutlich gestiegen, darunter sind auch viele unbegleitete Minderjährige.

Bidens Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas hatte erst am Dienstag erklärt, dass die Regierung weiter deutlich steigende Zahlen erwarte. Sie könnten ein größeres Ausmaß erreichen, als in den vergangenen 20 Jahren, hieß es. Die meisten alleinstehenden Erwachsenen und Familien würden wieder ausgewiesen, unbegleitete Kinder aber nicht.

Die Grenzschutzbehörde CBP hatte am vergangenen Mittwoch mitgeteilt, ihre Mitarbeiter hätten im Februar 100.441 Personen beim versuchten Übertritt der Südgrenze aufgegriffen – 28 Prozent mehr als im Vormonat und fast drei Mal so viele wie im Februar vergangenen Jahres. 72.113 Migranten seien wieder zurückgeschickt worden. Die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen stieg nach CBP-Angaben von 3490 im Februar 2020 auf 9457 im vergangenen Monat.

(L'essentiel/DPA/chk)

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