Marvin Martins: «Ich bin sowas wie der DJ der Mannschaftskabine»

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Marvin Martins«Ich bin sowas wie der DJ der Mannschaftskabine»

Am Donnerstag fliegt Rechtsverteidiger Marvin Martins fürs Länderspiel gegen die Türkei nach Istanbul. Vorher hat er sich Zeit für ein Gespräch zu seinem Saisonstart bei Austria Wien und seiner Rolle im Nationalkader mit L'essentiel genommen.

von
Nicolas Grelier
Nora Riedel

Wie lief der Saisonstart beim Austria Wien?

Der Beginn der Meisterschaft war holprig, da wir mit drei Strafpunkten anfangen mussten. Mittlerweile haben wir uns aber wieder hochgekämpft und können uns auf dem vierten Platz behaupten. Was den internationalen Pokal angeht, wir spielen diese Saison in der Conference League, sieht es weniger rosig aus. Aus dem ersten Spiel gegen Beer Sheva gingen wir mit Gleichstand raus (0:0) und im letzten Spiel gegen Lech Poznan, dem polnischen Landessieger, mussten wir uns 4:1 geschlagen geben. Als nächstes geht es gegen Villareal. Das wird ein schönes Spiel, aber wir müssen fokussiert bleiben.

Welche Erfahrung hat Ihnen Ihr Debüt in der Conference League gebracht?

Es fühlt sich ähnlich an wie internationale Spiele mit der luxemburgischen Nationalmannschaft. In der Qualifikationsrunde der Europa League sind wir auf Fenerbahçe getroffen. Das war ein ganz anderes Niveau, da mussten wir extremst konzentriert spielen und durften möglichst keine Fehler machen. Leider hat es am Ende dann doch nicht gereicht (2:0 und 4:1 Niederlagen).

Sie haben bereits türkische Atmosphäre erhaschen können…

Ja, das war echt außergewöhnlich. Ich habe viele Videos der türkischen Fans gesehen, aber das ist nichts im Vergleich zu der Atmosphäre im Stadion. Selbst jetzt, wenn ich darüber berichte, bekomme ich Gänsehaut. Dort im Stadion zu stehen ist ein unvergesslicher Moment.

Bei den ersten vier Spielen der Nations League gehörten Sie zum Stammkader. Ändert das Ihre Verhaltensweise bei den Versammlungen?

Selbst wenn ich nicht zum Stammkader gehören würde, würde ich meinen Job genauso machen. Ich würde dem Trainer zeigen, dass ich unbedingt aufs Feld möchte, würde ihm die Entscheidung erschweren, mich auf die Bank zu setzen. So oder so bleibe ich bei meiner Mentalität. Wenn man nicht eingesetzt wird, will man sich seinen Platz in der Mannschaft erkämpfen. Wenn man dann seinen Platz hat, will man diesen verteidigen.

In der Nationalmannschaft spielen Sie in der Rechtsverteidigung, bei Austria Wien in der Linksverteidigung. Wie war die Umstellung?

Rechtsverteidiger zu sein fällt mir leicht, als Linksverteidiger aufs Feld zu gehen war jedoch zu Beginn etwas kompliziert. Rechts ist halt mein schwacher Fuß. Anfangs war es schwierig, mittlerweile geht es jedoch besser. Der Trainer ist zufrieden, das ist die Hauptsache.

Man sieht Sie häufig mit Lautsprechern rumlaufen, sind Sie für die Musik im Kader zuständig?

(Lacht) Seit Beginn meiner Zeit im Kader bin ich sowas wie der DJ der Mannschaftskabine. Nach sieben, acht Jahren in der Mannschaft gehöre ich zu den ältesten Spielern, ich habe meinen Platz eingenommen und das gefällt mir. Ich versuche immer neue Spieler möglichst schnell und gut in die Mannschaft zu integrieren. Auch ich wurde damals sehr gut aufgenommen und möchte dieses Gefühl gerne an die Neuen weitergeben.

Welche Musikrichtung ist denn bei Ihnen in der Kabine besonders beliebt?

In der Kabine läuft hauptsächlich französischer Rap oder amerikanischer Hip-Hop. Am Ende muss man jedoch neutral bleiben, was die Musik angeht, da nicht jeder jeden Musikstil mag.

Welcher Song hält die Mannschaft zusammen?

Ganz klar Victory von Soprano. Es ist zwar ein älteres Lied aber die Message hinter dem Songtext ist immer wieder motivierend. Den Song spiele ich immer bevor wir aufs Feld gehen.

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