Dr. Sex – «Ich fürchte mich vor Schmerzen beim Sex!»

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Dr. Sex«Ich fürchte mich vor Schmerzen beim Sex!»

Diana (28) macht sich vor dem Sex zu viele Gedanken und hat stets Angst, dass es schmerzhaft werden könnte. Sie fragt sich, wie sie besser mit ihren Zweifeln umgehen kann.

Frage von Diana (28) an Doktor Sex:

Ich (28) leide an meinen Gedanken vor dem Sex. Sie sind ein richtiger Lustkiller! Ich überlege mir stets aufs Neue, ob ich wohl Schmerzen haben werde oder nicht.

Jedes Mal zeigt sich dann, dass die Sorgen unbegründet waren und keine Schmerzen auftreten. Während dem Sex läuft es dann super. Aber wegen der vielen Überlegungen, die ich mir vorher mache, muss ich mich immer etwas überwinden, bis ich mich dann schließlich auf das Liebesspiel einlasse.

Ich habe schon herauszufinden versucht, wovor ich Angst haben könnte. Bisher habe ich aber nichts herausgefunden. Hast du vielleicht Tipps, wie ich mit meinen Gedanken entspannter umgehen könnte? Danke!

Antwort von Doktor Sex

Liebe Diana!

Es ist immer wieder erstaunlich, zu sehen, wie unmittelbar sich Vorstellungen auswirken können, die sich Menschen von etwas machen. Im Nu kann eine Phantasie die Realität, die eben noch eindeutig zu sein schien, unwirklich erscheinen lassen. Besonders eindrücklich zeigen sich die Auswirkungen von Gedanken beim sogenannten «Placebo Effekt»: Der Glaube an die Wirksamkeit eines Medikaments, erzeugt einen therapeutischen Effekt, auch wenn dieses gar keinen eigentlichen Wirkstoff enthält.

Und wohl die meisten Menschen können sich an eine Situationen erinnern, in der sich ihre persönliche Einstellung – also eben die Gedanken – positiv auf ihr Schmerzempfinden oder ihren körperlichen Zustand ausgewirkt hat. Du siehst: Die Psyche kann die Gesundheit in eine gewünschte Richtung beeinflussen. Aber auch das Gegenteil trifft zu: Genauso, wie man sich gesünder denken kann, ist es auch möglich, sich mit Gedanken zu schwächen.

«Schaue deinen Gedanken zu – wie den Wolken am Himmel»

Wie kannst du entspannter mit deinen Gedanken umgehen? Wichtig ist, dir bewusst zu machen, dass es grob unterschieden zwei Formen von Gedanken gibt: Jene, welche aktiv erzeugt werden und jene, welche ohne Zutun der denkenden Person selbst entstehen.

Zum Letzteren gehören die Gedanken, die du in deiner Frage beschreibst. Um mit ihnen entspannter umgehen zu können, ist es wichtig, zu verstehen, dass sie aus sich selbst heraus entstehen. Es ist also im Prinzip egal, was du tust oder lässt: Sie sind einfach da. Dies bedeutet, dass du ihnen zuschauen kannst wie den Wolken am Himmel. Sie entstehen aus dem Nichts und verschwindet auch wieder dorthin. Es ist also nicht notwendig, dich mit ihnen zu identifizieren und sie zu deinem Eigentum zu machen.

Diese Haltung ermöglicht dir, einen angemessenen Abstand zu wahren und dich um das zu kümmern, was du wirklich denken und tun willst. Alles Gute!

(L'essentiel/Bruno Wermuth/Julia Ullrich)

Bruno Wermuth ist Sexualberater und -pädagoge. Als «Dr. Sex» beantwortet er Fragen der L'essentiel- und 20 Minuten-Leser zur schönsten Nebensache der Welt.

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