Gesundheit in Luxemburg – «Ich gehe für einen Gratistest einfach zum Arzt»

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Gesundheit in Luxemburg«Ich gehe für einen Gratistest einfach zum Arzt»

LUXEMBURG – Mit dem Ende der kostenlosen PCR-Tests für Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, versuchen es einige Menschen auf anderem Wege.

Für Ungeimpfte wird das Nachtleben in Luxemburg teurer.

Für Ungeimpfte wird das Nachtleben in Luxemburg teurer.

Editpress/Vincent Lescaut

Ab dem 15. September müssen Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, die PCR-Tests aus eigener Tasche zahlen. Insbesondere die Teilnahme an Veranstaltungen oder der Besuch im Restaurant wird für Ungeimpfte damit teurer. Das System Covid-Check, das in diesen Fällen angewandt wird, erfordert eine vollständige Impfung, einen Nachweis, dass eine Infektion überstanden wurde oder einen aktuellen Negativtest.

«Wir werden einfach nicht mehr ausgehen und wollen die Abende lieber im Privaten mit Freunden verbringen», sagt Marie* im Gespräch mit L'essentiel. Falls sie aber doch einmal ausgehen möchte, will sie «einfach zum Arzt gehen und sagen, dass ich Symptome habe. Dann werde ich automatisch getestet.»

Für Clarisse* ist die von Premierminister Xavier Bettel (DP) angekündigte Maßnahme keine zusätzliche Belastung: «Ich werde nicht mehr ins Kino gehen. Aber das ist kein Problem, denn es gibt ja Netflix. Was das Reisen anbelangt, so hatte ich ohnehin nicht erwartet, viel zu fliegen. Wenn ich wirklich einen Test brauche, bezahle ich eben dafür.»

Luxemburger Intensivpatienten sind nicht geimpft

«Wir wollen auch mehr kurze Ausflüge anstelle von längeren Reisen machen, weil man dann auch keinen Negativtest vorlegen muss», ergänzt Marie. Für sie wäre das Schlimmste, wenn das System Covid-Check auf den öffentlichen Transport ausgeweitet würde: «Das würde mich sehr ärgern. Aber ich habe mich gegen die Impfung entschieden und werde auch die Konsequenzen tragen.»

Abgesehen von den Kosten für die PCR-Tests, seien Ungeimpfte oft einem gewissen sozialen Druck ausgesetzt, wie Clarisse erklärt: «Ich habe nicht die gleiche Meinung wie meine Freunde, aber ich toleriere, dass sie sich für die Impfung entschieden haben. Genauso sollte man auch meine Entscheidung respektieren.»

Von den acht Personen, die derzeit in Luxemburg wegen Corona auf der Intensivstation liegen, seien alle acht nicht geimpft, erklärte Premierminister Xavier Bettel vergangene Woche während einer Pressekonferenz. Dabei lieferte er erneut zahlreiche Gründe, warum die Impfung so wichtig im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist. Durch die Vakzine sei ein «normaler Alltag immer wahrscheinlicher», so der Staatschef. Vor allem schütze die Impfung gegen schwere Krankheitsverläufe, zudem sei es noch nie so einfach gewesen, die Impfung zu bekommen, wie seit einigen Wochen. Bisher seien 74 Prozent der Luxemburger erstgeimpft, der europäische Schnitt liege bei rund 70 Prozent.

*Name von der Redaktion geändert

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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