Bestürzung – «Ich glaube Fränk»

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Bestürzung«Ich glaube Fränk»

Team-Kollege Jens Voigt ist davon überzeugt, dass Fränk Schleck nicht gedopt hat. Unterstützung kommt auch von Bruder Andy.

Radprofi Jens Voigt hat erschrocken auf den positiven Dopingbefund seines Freundes und Teamkollegen Fränk Schleck reagiert. «Ich habe dafür überhaupt keine Erklärung», sagte der Routinier am Mittwoch in Pau kurz vor dem Start zur 16. Etappe der Tour de France. «Ich glaube ihm», meinte Voigt.

Der 40 Jahre alte Berliner erzählte, dass die Mannschaft am Dienstag um 20.30 Uhr über dem Fall unterrichtet worden sei. «Man kann jetzt nicht so tun, als sei nichts passiert», sagte Voigt, der eng mit Schleck und dessen Bruder Andy befreundet ist und seit 2004 stets mit ihnen in denselben Teams fuhr. «Das ist kein leichter Moment für mich. Aber Fränk ist mein Freund und bleibt mein Freund.»

«Es macht mich traurig»

Andy Schleck ist überzeugt von der Unschuld seines älteren Bruders. «Bei meinem Leben und bei meiner Familie, bin ich sicher, dass er nichts genommen hat», sagte Andy Schleck, der Tour-Sieger von 2010, der Zeitung «Le Parisien».

Auch andere Radsportler zeigten sich vom Ergebnis geschockt. Jean-Reggenwetter, Präsident des luxemburgischen Radsportverbands, erklärte: «Es macht mich traurig. Das hätte ich mir nie vorstellen können. Wenngleich er einer unserer Fahrer und
Lieblinge ist, müssen die bestehenden Regeln angewandt werden, wenn er das Antidoping-Gesetz wirklich gebrochen hat.»

Fränk Schlecks Kollege Laurent Didier erhielt die Nachricht von Journalisten übermittelt: «Was? Das wusste ich nicht. Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich überrascht bin. Niemand hat mich davon in Kenntnis gesetzt.»

Der Leiter der Tour de France, Christian Prudhomme, begrüßte den Ausstieg von Fränk Schleck aus dem Rennen: «Laut den Regeln des UCI hätte Fränk Schleck heute starten können. Jedoch hat der Fahrer gemeinsam mit seiner Mannschaft entschieden, sich zurückzuziehen. Das ist eine kluge Entscheidung, die einzig vorstellbare», sagte er. Die Konsequenzen seien unklar. «Wir haben gestern erfahren, dass Fränk Schleck ein anormales Testergebnis hatte, so die Wortwahl der UCI in einer Mitteilung. Das öffnet ein weites Feld von möglichen Folgen, die von einer einfachen Verwarnung bis zu einer Sperre reichen können.»

Cyrille Guimard, Rad-Experte bei Radio RMC sagte: «Es ist bekannt, dass es Spannungen zwischen den Schlecks und ihrem Manager gibt. Diese Affäre wird die Stimmung in der Mannschaft sicherlich nicht verbessern.»

(L'essentiel Online)

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