Luxemburger Schwimmer – «Ich glaube nicht, dass ich das Virus aus Wuhan habe»

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Luxemburger Schwimmer«Ich glaube nicht, dass ich das Virus aus Wuhan habe»

LUXEMBURG – Raphaël Stacchiotti, der im Oktober in Wuhan erkrankt ist, steht im Fokus der Medien. Sein Teamkollege Julien Henx hatte die Diskussion angeheizt.

Raphaël Stacchiotti wurde in Wuhan krank.

Raphaël Stacchiotti wurde in Wuhan krank.

Luis Mangorrinha

Mehrere Athleten der 27-köpfigen luxemburgischen Delegation, darunter 16 Sportlerinnen und Sportler, die im Rahmen der Militärweltspiele in Wuhan (18. bis 27. Oktober) kurz vor Beginn der Coronavirus-Epidemie zu Gast waren, berichteten L'essentiel in der vergangenen Woche über ihren Aufenthalt in China.

Ein Thema, das hohe Wellen schlug. Einige Athleten aus Frankreich gaben an, dass sie überzeugt sind, sich in Wuhan mit dem Coronavirus angesteckt zu haben. Die Luxemburger Schwimmer Raphaël Stacchiotti und Pit Brandenburger erkrankten ebenfalls in China und konnten nicht alle Wettkämpfe bestreiten. Nach der Ausbreitung der Epidemie hatten ihn einige seiner Teamkollegen damit aufgezogen, dass Stacchiotti «Patient Null» gewesen sei. Der Witz ging nach hinten los.

In einem Interview mit dem französischen Fernsehsender LCI sprach Stacchiottis Teamkollege Julien Henx über Stacchiottis und Brandenburgers. «Sie sind die ganze Woche nicht geschwommen und im Zimmer geblieben. Für den Arzt war es eine Grippe. Ich war im selben Raum und bin nicht krank geworden, also habe ich mir keine Sorgen mehr gemacht», sagte der Sportler aus Düdelingen.

Keine Covid-19- Symptome

Der Luxemburger Schwimmverband FLNS distanzierte sich umgehend von Henx' Aussagen. «Wir sind sehr enttäuscht über diese Kommentare und verurteilen sie auf das Schärfste», hieß es in der entsprechenden Mitteilung.

Stacchiotti, der als erster krank wurde, äußerte sich nun erneut gegenüber L'essentiel. «Ich bin in der Tat krank geworden, aber gleich nach meiner Ankunft in China. Ich glaube, ich habe mich während der Reise wegen der Klimaanlage erkältet. Ich hatte keines der bekannten Covid-19-Symptome. Ich hatte vor allem Halsschmerzen. Ich bin dann noch zwei Rennen geschwommen. Während der 200 Meter Freistil habe ich gemerkt, dass es nicht mehr geht», sagt der Schwimmer aus Ettelbrück.

Bereit für einen Test

«Ich bin noch nicht getestet worden, aber ich möchte betonen, dass niemand um mich herum krank geworden ist. In China habe ich das Sportlerdorf nie verlassen», so Stacchiotti weiter. Sollte von ihm verlangt werden, einen Test zu machen, wolle er dem nachkommen, auch wenn er nicht glaubt, sich mit dem Virus infiziert zu haben.

Auch Stacchiotti selbst stoßen die Äußerungen einiger Teamkollegen sauer auf. Er fühlt sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt. «Ich befinde mich deswegen nun in einer äußerst schwierigen Lage. Ich bekomme Anrufe französischen Medien, die mich um eine Stellungnahme bitten. Ich wünsche mir, dass sich die Betroffenen entschuldigen. Auch wenn es sein könnte, dass sie dem Medienrummel zum Opfer gefallen sind».

(Nicolas Martin/ L'essentiel)

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