Grand-Slam-Siegerin – «Ich habe Tennis gespielt, weil ich keine Wahl hatte»

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Grand-Slam-Siegerin«Ich habe Tennis gespielt, weil ich keine Wahl hatte»

Die erfolgreiche Ex-Tennisspielerin Mary Pierce gibt in einem Blog tiefe Einblicke in ihre Angst vor ihrem Vater, der früher Trainer der Französin war.

«Damals trieb mich die Angst an», schreibt Mary Pierce im Blog «Behind The Racquet». «Ich habe Tennis gespielt, weil ich keine Wahl hatte. Ich musste gewinnen, weil mein Vater sonst missbräuchlich werden würde und ich Angst davor hatte, was passieren würde.»

Die Französin gewann in ihrer Karriere 16 WTA-Titel und darf sich zweifache Grand-Slam-Siegerin nennen. Bis sie 18 Jahre alt war, litt sie aber extrem unter ihrem Vater. «Ich hasste ihn, ich hatte Angst vor ihm», schreibt sie im Blog.

Ihr Papa coachte sie jahrelang Vollzeit und wollte sie mit aller Macht zum Tennisstar formen. Hatte sie keinen Erfolg, hatte die Familie kein Geld. «Du fängst besser an, zu gewinnen», setzte Jim Pierce sie bereits als 13-Jährige unter Druck.

Erst nachdem sich ihr Vater 1993 mit einem Zuschauer prügelte und fünf Jahre von der Tour verbannt wurde, kann sich die damals 18-Jährige von ihm lösen. Die Angst aber, die hallte noch lange nach.

Die heute 45-jährige konnte ihrem Papa, der 2016 verstorben ist, aber vergeben. Sie ist zum Christentum konvertiert und arbeitet als Tennistrainerin. «Rückblickend glaube ich, dass mein Vater das Beste getan hat, was er konnte», schreibt Pierce, «er liebte mich und wollte das Beste für mich. Also trainierte er mich, hart zu sein. Ich würde meine Kindheit nicht wiederholen wollen, aber ich bereue nichts.»

(L'essentiel/Laura Inderbitzin)

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