Robbie Williams – «Ich habe viel gekifft»

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Robbie Williams«Ich habe viel gekifft»

«The Heavy Entertainment Show» heißt sein neues Album. Doch wie unterhaltsam ist Robbie Williams tatsächlich? Ein Augenschein vor Ort in London.

Eine geschlagene halbe Stunde lässt Robbie Williams die Journalisten an diesem Montag im Hotel Savoy in London warten. Im Hintergrund laufen – natürlich – die Songs seiner neuen Platte «The Heavy Entertainment Show». Dann kommt der 42-Jährige endlich. Gut gelaunt antwortet er auf die Fragen, die da auf ihn einprasseln.

Wie man sich Weihnachten im Hause Williams vorstellen müsse, will jemand wissen. «Teuer, sehr teuer», antwortet Robbie mit einem Schmunzeln. «Meine Frau liebt Weihnachten und Geschenke. Wir haben zu Hause die hellsten Lichter und den größten Tannenbaum.»

«Erinnerungen? Nicht viele. Ich habe gekifft.»

Der Sänger erhielt am Montagabend den Brits Icon Award, mit dem außergewöhnliche Leistungen ausgezeichnet werden. Erst Elton John (69) und David Bowie (✝69) haben ihn bis jetzt entgegennehmen können. 17-mal wurde Robbie zuvor schon mit einem «normalen» Brit Award geehrt. Welche Erinnerungen hat der Engländer an seinen ersten Preis 1998? «Ehrlich gesagt nicht viele. Ich habe damals ja viel gekifft.» Erneut Gelächter.

Sogar aus ernsten Themen macht sich der zweifache Familienvater einen Spaß. Ein Journalist möchte, dass sich Williams zu US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump äußert. «Von Trump kann ich viel mitnehmen. Nämlich Dinge so lange zu wiederholen, bis sie wahr erscheinen», sagt er. Und holt zu einem ironischen Monolog aus: «Ich bin der größte Entertainer des Planeten. Niemand kann so gut unterhalten wie ich, niemand hat so viel Respekt vor Frauen wie ich!»

Aus «New York, New York» wird «Robbie, Robbie»

Ja, Robbie mag das Rampenlicht. Und sei es nur im kleinen Rahmen wie an eben dieser Pressekonferenz. Als die Interviewerin die Runde schließen will, interveniert der Musiker: «Ich nehme gerne noch zwei Fragen entgegen.»

Mindestens so gut gelaunt zeigt er sich am Abend auf der Bühne im Theater Troxy. Er schreit ins Publikum: «I'm fucking Robbie Williams!» Kombiniert geschickt alte und neue Hits. Flirtet immer wieder mit Ehefrau Ayda Field (37), die oben auf der Tribüne sitzt. Und funktioniert Sinatras «New York, New York» kurzerhand in «Robbie, Robbie» um.

Überraschende Reunion mit Take That

Doch ein Auftritt stellt alles andere in den Schatten: Plötzlich stehen sie zu viert auf der Bühne – Robbie und seine Take-That-Kollegen – nur Jason Orange fehlt. Präsentieren den Ohrwurm «Back for Good» in einer Rockversion. Haben sichtlich Spaß an der kurzzeitigen Reunion. Seine ehemaligen Boygroup-Kollegen sind es denn auch, die Williams den Icon Award in die Hand drücken.

Nach etwas mehr als anderthalb Stunden verabschiedet sich Robbie. Lässt die rund 3000 Zuschauer im Saal nochmals eine Runde «Angels» singen. Dann verschwindet er.

Williams hat einmal mehr bewiesen, dass er ein toller Unterhalter ist. Ein verdammt guter sogar. Vielleicht tatsächlich einer der besten dieses Planeten. So ironisch ist das gar nicht.

Wann Robbie in die Schweiz kommt, erfahren Sie in unserer Bildstrecke.

(L'essentiel)

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