Junge Frau aus Esch/Alzette – «Ich hätte unter den Opfern sein können»

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Junge Frau aus Esch/Alzette«Ich hätte unter den Opfern sein können»

LUXEMBURG/NIZZA - Mila lebt in Esch/Alzette und war in der Horrornacht in Nizza. Ein dummer Fahhradunfall am Nachmittag hat ihr wahrscheinlich das Leben gerettet.

Die von den Philippinen stammende Mila lebt in Esch/Alzette und ist derzeit in Nizza. (Foto: Facebook)

Die von den Philippinen stammende Mila lebt in Esch/Alzette und ist derzeit in Nizza. (Foto: Facebook)

«Ich wollte mit meinen Freunden am Donnerstag Abend eigentlich zum Feuerwerk auf der Promenade des Anglais. Aber ich hatte einen kleinen Fahrradunfall am Nachmittag», berichtet Mila im Gespräch mit L’essentiel. Die 19-Jährige verbringt gerade ihre Ferien an der Côte d'Azur und hatte Glück, nicht zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.

«Da ich mich nach dem Unfall nicht so gut fühlte, habe ich es vorgezogen, mich abends noch ein wenig zu erholen. Meine Freunde sind dann losgezogen, um das Feuerwerk auf der Promenadezu sehen. Danach wollten sie noch ins Stadtzentrum. Aber plötzlich sahen sie Leute, die panisch umherrannten. Sie hörten Schreie, Polzeisirenen und wurden schließlich von einer älteren Dame aufgenommen, wo sie bis 4 Uhr morgens geblieben sind», erzählt Mila.

Am Freitag Nachmittag war die Spurensicherung den ganzen Tag vor Ort: «Alles war abgesperrt. Man konnte noch die Leichen auf der Straße sehen, die mit Tüchern bedeckt waren», fährt Mila immer noch unter Schock fort: «Wäre ich nicht zuhause geblieben, ich hätte unter den Opfern sein können.»

(pp/L'essentiel)

«Die Leute fielen wie Kegel um»

Bénédicte Guess ist 20 Jahre alt und lebt in Nizza. Sie war bereit für «L’essentiel» ihre Eindrücke zu schildern. Sie war mit ihren Freunden auf der Promenade des Anglais, als der Lastwagen mit seiner Amokfahrt begann. «Ich sah den Lkw vor mir, wie er auf mich zuraste. Mein Freund hat mich am Arm weggezogen. Es herrschte blanke Panik, die Leute fielen wie die Kegel». Bénédicte versuchte noch mitten im blutigen Chaos, den Opfern um sich herum zu helfen: «Ich sah eine Muter wie sie ihren zerfetzten Sohn in den Armen hielt. Die Straße war blutüberströmt, Leichen und überall Schreie, es war wie die Apokalypse.»

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