Verurteilter über Amanda Knox – «Ich kenne die Wahrheit – und sie kennt sie auch»

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Verurteilter über Amanda Knox«Ich kenne die Wahrheit – und sie kennt sie auch»

Rudy Guédé (34) wurde für den Mord an der Austauschstudentin Meredith Kercher verurteilt. Nach seiner Entlassung richtet er deutliche Worte an Amanda Knox (34).

14 Jahre nach dem Mord an der jungen Britin Meredith Kercher in Italien ist der Verurteilte aus der Haft entlassen worden. Der Ivorer Rudy Guédé, dessen DNA am Tatort in Perugia gefunden worden war, wurde vorzeitig entlassen, wie sein Anwalt Fabrizio Ballarini am Dienstag mitteilte.

Guédé war wegen Beteiligung an der Tat zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Unter Verdacht stand jahrelang auch die US-Studentin Amanda Knox (34) – dann wurde sie als unschuldig aus der Haft entlassen. Jetzt sagt Guédé laut der Zeitung «Sun» über Amanda Knox: «Ich kenne die Wahrheit und sie kennt sie auch.»

Auf Twitter schreibt die ehemalige Austauschstudentin Amanda Knox: «Guédé soll endlich zu seiner Tat stehen.» Er habe alleine gehandelt.

Die 21-jährige Austauschstudentin Kercher war am 2. November 2007 halbnackt und mit durchgeschnittener Kehle in der Wohnung in Perugia entdeckt worden, die sie sich mit der US-Studentin Amanda Knox teilte. Ihre Leiche wies 47 Messerstiche auf, die Studentin war zudem vergewaltigt worden.

Guédé wurde wenige Wochen nach dem Mord in Deutschland festgenommen. Er war aus Perugia geflohen, nachdem DNA-Tests ihn mit dem Mord in Verbindung gebracht hatten. Im Oktober 2008 wurde er in Italien wegen Mordes und sexueller Misshandlung zu 30 Jahren Haft verurteilt. Im Berufungsverfahren wurde das Strafmaß im Dezember 2009 auf 16 Jahre gesenkt.

Guédé beteuert Unschuld

Guédé hatte stets seine Unschuld beteuert. Auch die Staatsanwaltschaft vertrat die Auffassung, er habe die Tat nicht allein begehen können.

Knox und ihr früherer italienischer Freund Raffaele Sollecito wurden 2009 in erster Instanz zu 26 beziehungsweise 25 Jahren Haft verurteilt. Nach einem jahrelangen juristischen Tauziehen sprach das oberste italienische Gericht die beiden 2015 wegen schlampiger Ermittlungen in dem Fall endgültig frei. Knox saß vier Jahre in Italien im Gefängnis, bevor sie in die USA zurückkehrte.

Familie des Opfers geschockt

Nach den Freisprüchen von Knox und Sollecito versuchte Guédé vergeblich, auch seine Verurteilung anzufechten. Guédé war bereits vor der Tat polizeibekannt. Schon seit Dezember vergangenen Jahres durfte er das Gefängnis in Viterbo nördlich von Rom tagsüber verlassen. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, Guédé habe sich bei der Caritas gemeldet und in der Bibliothek des Zentrums für kriminologische Studien in Viterbo gearbeitet. Die Familie des Opfers zeigt sich durch seine vorzeitige Freilassung geschockt. Kerchers Schwester Lyle sagt in der «Sun», dass sie keine Vorwarnung bekommen habe: «Es hat uns völlig unvorbereitet getroffen.»

(L'essentiel/afp/dpa/lea)

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