Im Kreise der Schlecks – «Ich war einer der Ihren, ein Privilegierter»

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Im Kreise der Schlecks«Ich war einer der Ihren, ein Privilegierter»

LUXEMBURG - Jean-Louis Schuller hat den Dokumentarfilm «The Road Uphill» über die Brüder Schleck gedreht. Ein Interview.

«L’essentiel»: Über welchen Zeitraum haben Sie die Schlecks begleitet?
Jean-Louis Schuller: Die Dreharbeiten haben am 7. Dezember 2010 in der Schweiz begonnen und endeten, abgesehen von einigen Interviews, direkt nach der Tour de France.

Sie waren überall mit dabei. Haben Andy und Fränk Schleck sie gewähren lassen?
Ich wollte ein unsichtbarer Beobachter sein. Anfangs war eine gewisse Distanz da, aber dann war das Eis gebrochen. Wir wurden einander vertraut. Ich war einer der Ihren, ein Privilegierter.

Welche Idee liegt dem Film zugrunde?
Ich bin kein Radfahrspezialist. Ich wollte einen menschlichen Film machen. Bruderschaft, Herausforderung, Sieg, Niederlage, das Überschreiten seiner Limits. All dies findet sich auch im Leben wieder.

Was sollen die Zuschauer von Ihrem Film in Erinnerung behalten?
Dass Gewinnen nicht immer wichtig ist.

War es für Sie als Regisseur dramaturgisch gesehen von Vorteil, dass Andy bei der Tour de France Zweiter wurde?
Als Freund hätte ich ihm gewünscht, dass er gewinnt. Aber wenn ich das Drehbuch hätte schreiben können, hätte der Held nicht gesiegt. Dramaturgisch ist das tatsächlich besser.

Was erfahren wir von Andy und Fränk, was wir bisher noch nicht wussten?
Dinge, die man nicht im Fernsehen sieht. Der Moment, in dem ein Radprofi die Ziellinie überquert und seinen Helm abnimmt. Die Augen sind leer. Das ist magisch.

L’essentiel Online/Nicolas Martin

«The Road Uphill»

Vorpremiere am Samstag um 19.30 Uhr im Kino Utopolis. Der Film kommt am Sonntag in die Kinos.

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