In Luxemburg – «Ich werde als Frau Leblanc begrüßt»

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In Luxemburg«Ich werde als Frau Leblanc begrüßt»

LUXEMBURG – Désirée Nosbusch und ihre Kollegen von «Bad Banks» erhalten am Freitagabend ihre Grimme-Preis-Trophäen. Vor kurzem drehten sie in Luxemburg an der zweiten Staffel.

HANDOUT - Aufnahmedatum unbekannt, Deutschland: Die m�chtige Investmentbankerin Christelle Leblanc (Desiree Nosbusch) - in einer Szene der Miniserie "Bad Banks", die am 01. und 02.02.2018 auf Arte zu sehen ist. Au�erdem wird sie zwischen dem 3. und 5. M�rz zu sp�terer Stunde im ZDF gezeigt. (zu dpa "Miniserie �Bad Banks�: kein Vertrauen, nirgends" vom 27.02.2018) Foto: Ricardo Vaz Palma/ZDF/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit einer Berichterstattung �ber die Sendung und nur mit vollst�ndiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

HANDOUT - Aufnahmedatum unbekannt, Deutschland: Die m�chtige Investmentbankerin Christelle Leblanc (Desiree Nosbusch) - in einer Szene der Miniserie "Bad Banks", die am 01. und 02.02.2018 auf Arte zu sehen ist. Au�erdem wird sie zwischen dem 3. und 5. M�rz zu sp�terer Stunde im ZDF gezeigt. (zu dpa "Miniserie �Bad Banks�: kein Vertrauen, nirgends" vom 27.02.2018) Foto: Ricardo Vaz Palma/ZDF/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit einer Berichterstattung �ber die Sendung und nur mit vollst�ndiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Ricardo vaz Palma

Einen Monat nach der offiziellen Bekanntgabe der Preisträger des Adolf-Grimme-Preises werden Désirée Nosbusch und ihre Kollegen der Erfolgsserie «Bad Banks» am Freitagabend, 19.30 Uhr, ihre Trophäen überreicht bekommen. Fünf Preise hat die Serie abgeräumt: beste Regie, bestes Drehbuch, beste Produktion und beste weibliche Rollen für Désirée Nosbusch und Paula Beer.
Vor kurzem standen sie noch für Dreharbeiten zur zweiten Staffel in Luxemburg vor der Kamera. Während dieser stellten sich die Hauptdarsteller den Fragen von Journalisten. Désirée Nosbusch und Paula Beer über den Reiz des Wiedersehens mit ihren Rollen und die Finanzwelt als Schauplatz für Intrigen.

L'essentiel: Finanz-Thriller klingt erstmal dröge, was macht Bad Banks so spannend?
Paula Beer: «Bad Banks» ist eine gute Mischung. Es zeigt eine Welt, die man nicht kennt und gleichzeitig gibt es eine emotionale Ebene. Es geht nicht nur um Finanzfakten, sondern auch um die Menschen dahinter, warum sie diese Berufe machen.

Désirée Nosbusch: Oliver Kienle (Drehbuchautor, Anm. der Redaktion) hat mit seinem Team etwas geschrieben, dass, obwohl es so weit weg erscheint, der Realität entspricht. Hätten Sie mich früher gefragt, was ich von einer Serie über Banken halte, hätte ich gesagt, etwas Langweiligeres kann ich mir nicht vorstellen. Dass man aber so gebannt ist, ist ein Zeichen, dass die das richtig gemacht haben. Ich habe mit Bankerinnen aus New York und London gesprochen, Frauen, die in denselben Etagen zu Hause sind wie meine Figur. Alle haben mir gesagt, dass sie mir gerne etwas anderes erzählen würden, aber so wie wir es zeichnen, ist es wirklich. Leider.

Bildstrecke: «Ich werde als Frau Leblanc begrüßt»

Was ist das Besondere an ihrer Rolle und nun noch einmal zurückzukehren in diesen Charakter?
Paula Beer: Jana ist hochintelligent, wissbegierig und bestrebt, sie kann sich schnell anpassen und somit aber auch schnell auf falsche Fährten gebracht werden. Außerdem ist sie schnell bereit, ihre Moralgrenze zu verschieben. Das Spannende daran, jetzt nach zwei Jahren zurückzukehren, ist, dass ich als Schauspieler die Figur wiederfinden muss, sie sich aber auch weiterentwickelt hat.

Was ist für Sie der Reiz der Fortsetzung der Serie und ihrer Rolle?
Désirée Nosbusch: Der Reiz ist, zu erzählen wie sich die Figuren entwickeln, wie ihre Karrieren weitergehen, wie sich ihre Abgründe zeigen und auch ihre privaten Geschichten weitererzählt werden. In sechs Folgen haben wir Figuren kreiiert, die berühren. Ich werde in Deutschland teilweise mit Frau Leblanc begrüßt. Dass mich jemand mit meinem Figurennamen begrüßt, ist mir vorher noch nie passiert.

Was bedeutet die Serie für ihre Karriere?
Désirée Nosbusch: Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass «Bad Banks» mir eine zweite Karriere ermöglicht hat. Vor «Bad Banks» habe ich mich gefragt, ob ich aufhören soll mit der Schauspielerei. Das was ich spielen wollte, durfte ich nicht und bei dem, was mir angeboten wurde, hatte ich das Gefühl, ich wiederhole mich. Durch die ganzen Preise und Nominierungen, die wir bekommen haben, haben sich wieder Türen geöffnet. Durch «Bad Banks» habe ich beispielsweise eine Rolle in einer Krimi-Reihe der ARD bekommen.

Bildstrecke: «Bad Banks» dreht erneut im Großherzgotum

Wie bewerten Sie, dass Frauen die intrigierenden Hauptpersonen sind?
Désirée Nosbusch: Nicht, dass Männer nicht intrigieren. Ich finde es super, dass wir hier ein Duo von Frauen haben. Die Serie hätte vor zehn Jahren noch anders ausgesehen, da wären die zwei Hauptrollen noch mit Männern besetzt gewesen. Männer haben andere Mittel um zu intrigieren. Intrigen auf dem Niveau und in den Etagen gibt es überall, ich glaube sogar, dass Frauen oft mehr Skrupel haben. Deswegen fällt es bei ihnen vielleicht mehr auf, weil es eine größere Überwindung ist, sich von dieser Seite zu zeigen. Darüber denken Männer vielleicht gar nicht nach.

Was ist das Besondere an der deutsch-luxemburgischen Koproduktion?
Paula Beer: Koproduktionen bringen neue Energien zusammen. Sobald verschiedene Kulturen zusammenkommen, kommen auch verschiedene Arbeitsweisen zusammen, und ich finde das immer sehr inspirierend.

Luxemburg hat einen immensen Finanzplatz, haben Sie als Luxemburgerin ein anderes Gefühl, wenn Sie in ihre Rolle starten?
Désirée Nosbusch: Mich hat die Finanzwelt überhaupt nicht interessiert, und ich bin auch wahnsinnig unbegabt mit Geld. Aber mein Bruder hat eine große Karriere in der Finanzwelt in Luxemburg gemacht, und ich bin sehr oft mit ihm Mittagessen gegangen, damit er mir erklärt, wie man beispielsweise einen Fond strukturiert und mir diese ganze Sprache beibringt, damit ich sie zu meiner werden lassen konnte. Paula und ich haben bei den Recherchen zur ersten Staffel immer gefragt, wo die Milliarden sind, um die es geht. Wie muss man sich das vorstellen, wenn Milliarden verschoben werden? Wie kann es sein, dass hier etwas passiert und auf einem anderen Kontinent bricht eine Finanzkrise aus? Jetzt weiß ich mehr; aber sobald man mehr weiß, weiß man auch, dass man sehr selten vertrauen darf.

Die Verleihung wird von 3sat ab 22.25 Uhr ausgestrahlt. Bereits ab 19.10 Uhr überträgt 3sat die Preisgala per Livestream auf www.3sat.de.

(sb/L'essentiel)

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