Sextortion – «Ich will ein Bild ohne BH – mach, was ich dir sage»

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Sextortion«Ich will ein Bild ohne BH – mach, was ich dir sage»

Erpressungen mit Nackfotos sind ein Problem online. Europol macht mit einer Kampagne darauf aufmerksam.

Sie trifft online einen netten Typen, Mark. Sie chatten und flirten einige Tage und er schickt ihr viele Fotos von sich. Mark fragt sie, ob sie ihm nicht auch ein paar Bilder schicke – vielleicht sogar eins ohne T-Shirt? Nach einigem Zögern folgt sie der Aufforderung. «Mark» schreibt ihr darauf: «Ich möchte ein Bild ohne BH sehen – du tust jetzt, was ich dir sage.» Folge sie seinen Anweisungen nicht, werde er das Foto ihren Klassenkameraden schicken. Sie gibt der Erpressung nach, woraufhin er noch mehr Fotos verlangt.

Diese Geschichte zeigt ein Video der Kampagne «Say No!» von Europol. Die Organisation warnt damit vor Sextortion, der Erpressung von Personen mit Nacktfotos. Der Ausdruck setzt sich zusammen aus den Wörtern «Sex» und «extortion» (Erpressung).

Die Cyberkriminellen nehmen dabei auf sozialen Medien oder Datingseiten Kontakt mit ihren Opfern auf und täuschen Interesse vor. Mit Chatten und falschen Fotos erschleichen sie sich das Vertrauen ihres Gegenübers und fragen nach intimen Bildern oder Videos. Sobald solches Material verschickt wurde, kommt die Erpressung: Die Kriminellen drohen, dass sie die Fotos an Freunde und Arbeitgeber schicken. Als Gegenleistung wollen sie Geld oder mehr Bilder.Banden in Ost- und West-Afrika

Fedpol-Sprecherin Musliu Lulzana erklärt auf Nachfrage, dass hinter «Sextortion» oft eine organisierte Täterschaft im Ausland steckt. Diese gehen oft sehr professionell vor und befinden sich selbst meist in Ost- oder West-Afrika. Diese hätten eine ganze Reihe von gefälschten Profilen mit Fotos und sogar passenden Videos. Sie seien auf Geld aus. Die zweite Gruppe, die sich für solche Bilder interessierten, seien die Pädokriminellen: Diese erpressen Minderjährige und verlangen dann meist mehr Videos und Bilder von ihnen.

Mit der Kampagne soll erreicht werden, dass sich Leute online vorsichtiger verhalten und nicht mit intimen Bildern erpressbar machen. Betroffenen wird empfohlen sich nicht erpressen zu lassen und bei der Polizei eine Meldung zu erstatten. Je mehr Hinweise die Polizei erhält, desto eher könne sie etwas dagegen machen.

(L'essentiel)

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