Corona in Luxemburg – «Ich will mit Astrazeneca geimpft werden»

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Corona in Luxemburg«Ich will mit Astrazeneca geimpft werden»

LUXEMBURG – Im Laufe der Woche wird die Entscheidung erwartet, ob der Astrazeneca-Wirkstoff weiter verimpft werden kann.

Laut EMA sind 30 Fälle von Thrombosen unter etwa 5 Millionen Astrazeneca-Geimpften registriert worden.

Laut EMA sind 30 Fälle von Thrombosen unter etwa 5 Millionen Astrazeneca-Geimpften registriert worden.

AFP/Fred Tanneau

Am Montag bekam Gills den ersehnten Anruf vom Hôpital Kirchberg: Wegen ihrer Krebserkrankung sollte sie am Freitag ihre erste Dosis des Astrazeneca-Impfstoffes erhalten. Sollte, denn noch am selben Tag wurden die Impfungen mit dem Wirkstoff wegen Thrombose-Fällen als Vorsichtsmaßnahme pausiert.

«Ich habe vier Kinder, darunter drei Teenager auf dem Lycée, die alle befürchten, sich mit Corona zu infizieren. Ich will den Impfstoff von Astrazeneca bekommen. So schnell wie möglich. Ich ziehe dieses minimale Risiko vor, Covid-19 wäre für mich viel gefährlicher», vertraute die Walferdingerin L'essentiel an. Einige unserer Leser äußerten aber auch Bedenken, teilweise auch welche, die ihre erste Dosis bereits erhalten haben.

Bis heute wurden 8106 Astrazeneca-Impfdosen im Großherzogtum verabreicht. Werden wir in Zukunft darauf verzichten müssen? Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) wird voraussichtlich am Donnerstag ihre Empfehlung für die Politik aussprechen. Gestern noch hieß es, man sei von den Vorteilen des Impfstoffs von Astrazeneca «entschieden überzeugt». Würde der zweitmeist bestellte und verabreichte Impfstoffs des Landes zurückgezogen, veränderte das die Impfstrategie, hieß es vonseiten des Gesundheitsministeriums. Gleichzeitig erinnerte es aber auch daran, dass es sich bei der Aussetzung nur um eine Vorsichtsmaßnahme handele, und dass vor Freitag kein Impftermin mit Astrazeneca geplant sei.

«Ein Argument für die Impfung»

«Eine Person hat die Wahl, die zweite Dosis zu verweigern», stellte Prof. Claude Muller vom Luxembourg Institute of Health klar. «Aber ohne sie ist der Schutz weniger stark und lang». Eine zweite Dosis eines anderen Impfstoffs sei aus immunologischer Sicht kein Problem.

Ein Verzicht auf Astrazeneca wäre für den Experten «dramatisch und unverständlich». Das Thromboserisiko, wenn es überhaupt mit der Impfung in Zusammenhang stünde, sei so gering, dass ein vollständiger Impfstopp mehr Schaden anrichten und die Sterblichkeit steigen würde.

Die Impfpause sieht Muller nicht als Manko für Astrazeneca. «Selbst bei solche geringen Inzidenzen (Anm. d Red.: an Thrombose-Fällen) werden solche Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Diese Überwachung sollte ein Argument für den Impfstoff sein» – zumindest, wenn die EMA grünes Licht gibt.

(nm/L'essentiel)

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