Ricky Martin – «Ich wünsche mir ein Mädchen»

Publiziert

Ricky Martin«Ich wünsche mir ein Mädchen»

Ricky Martin blickt auf sechs turbulente Jahre seit der Veröffentlichung seines letzten Albums zurück: Er outete sich, wurde Vater und tüftelte an neuen Songs.

Herr Martin, warum mussten wir sechs Jahre auf Ihr neues Album warten?
Ricky Martin: Ich brauchte einfach Zeit jenseits des Rampenlichts, ich war müde. Dann reiste ich viel herum, in Indien oder Thailand. Es war eine Art Pilgerfahrt. Ich wollte meine Gefühle sortieren.

Sie haben einen Song mit Edita aufgenommen. Kennen Sie sie?
Sie ist eine super Frau, mit einer sehr positiven Ausstrahlung. Ich wollte mit jungen, hungrigen Künstlern arbeiten. Ich freue mich, Edita beim Video-Dreh kennen zu lernen.

Seit 2010 sind Sie offiziell schwul. Wieso war es Zeit fürs Coming-Out?
Ich habe endlich Klarheit gefunden. Meine zwei wunderschönen Söhne haben haben mir den Blick für die wichtigen Dinge geöffnet. Alles in meinem Leben ergab plötzlich einen Sinn. Das gab mir die nötige Kraft.

Was haben Sie von den Kleinen gelernt?
Matteo und Valentino haben meine Welt verändert. Und das Schönste ist: Die zwei wissen nicht einmal, was sie mit mir anstellen. Sie sind so rein und erinnern mich an das Kind in mir.

Wollen Sie noch mehr Kinder?

Definitiv. Ein Mädchen würde ich mir wünschen. In zwei Jahren wäre schön. Dann hab ich wieder ein Baby zum Wickeln. (lacht)

Ihr Lieblings-Moment als Papa?
Am Morgen, wenn sie mit zerzausten Haaren aufwachen. Im Moment tragen sie lange Haare. Ich liebe diese «Rock’n’Roll»-Frisur – das ist echt süß.

Früher waren Sie der Latin-Lover. Jetzt sind Sie ein schwuler Vater. Verkraften das ihre Fans?
Die Feedbacks auf mein Outing waren sehr positiv. Ich mache immer noch den gleichen sexy Latino-Sound. Ich bin zwar schwul, aber tanzen kann ich trotzdem noch mit Frauen. Manche werden mich jetzt nicht mehr mögen, aber ganz viele andere schon.

Einige finden, Sie haben ihnen etwas vorgemacht…
Ich glaube nicht, dass ich meine Fans belogen habe. Verleugnung ist zwar ein starkes Wort, aber es geht eher in diese Richtung. Ich wollte niemals zur Ruhe kommen, einfach nicht über alles nachdenken. Dann hätte ich mich selbst anlügen müssen. Alles, was ich getan habe, tat ich auch damals mit Leidenschaft.

Sie gehen bald auf Welttournee: Nehmen Sie ihre Familie mit?
Die Pässe liegen schon bereit (lacht).

...und die von hundert Nannies…
(lacht) Zum Glück bin ich nicht der erste Sänger, der mit den Kids auf Tour geht. Meine Mutter kommt mit. Und meine zwei Nannies. Sie sind super mit Valentino und Matteo.

Was wünschen Sie Ihren Söhnen für die Zukunft?

Oh, viel: Selbstbewusstsein, Kraft, Sicherheit, viel Persönlichkeit und eine grandiose Gesundheit.

Bettina Bediner/L'eesentiel Online

Deine Meinung