Raubbau an Wäldern – Ikea soll Möbel aus illegalem Holz fertigen

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Raubbau an WäldernIkea soll Möbel aus illegalem Holz fertigen

Der Vorwurf wiegt schwer: Ikea verarbeite Holz aus illegalen Rodungen in Rumänien und der Ukraine. Der schwedische Konzern hat eine Untersuchung eingeleitet.

Ob Kommoden, Schränke, Sideboards oder Gestelle – die günstigen Möbel von Ikea sind weltweit begehrt. Auch in Luxemburg sind Produkte aus dem schwedischen Einrichtungshaus nicht wegzudenken. Öffentlich legt Ikea großen Wert auf Nachhaltigkeit. So werde das Holz legal und umweltschonend gewonnen.

Doch nun kommt Kritik am Konzern auf. So soll Ikea für Möbel unter anderem auch illegales Holz aus Rumänien und der Ukraine verarbeiten, wie Recherchen des «Kassensturz» des Schweizer Fernsehsenders SRF zeigen. Insgesamt soll Ikea rund vier Prozent des eigenen Holzbedarfs aus Rumänien beziehen.

Ikea will nicht voreilig Reissleine ziehen

Ikea betont auf Anfrage, dass «illegal geschlagenes Holz in der Lieferkette nichts verloren hat.» Man nehme diese Anschuldigungen ernst und habe sie an die Kollegen in Schweden weitergeleitet. «Die wiederum haben eine interne Untersuchung eingeleitet», so eine Sprecherin. Gleichzeitig kappe man aber wegen Anschuldigungen von außen nicht voreilig Beziehungen zu Lieferanten. «Wir prüfen diese zuerst seriös und entscheiden dann, wie wir weiter verfahren.»

Um herauszufinden, woher das Ikea-Holz stammt, hefteten sich die Reporter an die Spur einer Kommode aus der «Brimnes»-Modellreihe für 80 Euro. Man landete in Rumänien bei der Möbelfabrik Ecolor. Diese wiederum bezieht Holz vom ihrem wichtigsten Zulieferer namens Kastamonu,– eine große Nummer in der rumänischen Holzindustrie.

«Jetzt ist alles zerstört – für immer»

Zusammen mit einer Umweltaktivistin besichtigte SRF zwei Rodungsplätze von Kastamonu. Dort zeigt sich ein trauriges Bild: teilweise oder ganz abgerodete Wälder, überall Strünke von über 100 Jahre alten Bäumen. Laut der Aktivistin betreibt man hier einen Kahlschlag. Zuvor habe es ein funktionierendes Ökosystem mit Bären, Wölfe und vielen anderen Tierarten gegeben. «Jetzt ist alles zerstört – für immer», sagt sie.

In Rumänien ist Abholzen in diesem Ausmaß offiziell nicht erlaubt. Laut Untersuchungen soll die Fläche der Lauburwälder in Rumänien in den vergangenen 15 Jahren um zwei Drittel geschrumpft sein. Jeder zweite Baum wird laut der heimischen Umweltbehörde illegal gefällt.

Sechs Förster umgebracht

Den Staat kümmert es offenbar wenig. Gegen die illegale Abholzung habe Rumänien bisher nichts unternommen, so die Aktivistin. Dahinter soll eine organisierte Holzmafia stecken, die auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Die rumänische Forstgemeinschaft hat laut SRF in einem Jahr 650 gewaltsame Übergriffe registriert. Sechs Förster seien gar umgebracht worden.

Auch illegal gewonnenes Holz aus der Ukraine soll für Ikea regelmäßig zu Regalen oder Kommoden verarbeitet werden. Dort war es 2018 laut einer Untersuchung zu 109 illegalen Rodungen in einer Region gekommen.

Ikea will bei Ländern wie Rumänien oder der Ukraine, «in denen es in der Vergangenheit Fälle von illegalem Holzschlag gab», genau hinschauen. Man führe daher regelmäßig Kontrollen bei den Zulieferern durch, um sicherzustellen, dass die Standards eingehalten würden, so die Sprecherin.

(L'essentiel/db)

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