Pilotprojekt – Ikea startet Projekt mit Drohnen für die Inventur

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PilotprojektIkea startet Projekt mit Drohnen für die Inventur

Früher mussten die Mitarbeitenden stundenlang Produkte zählen. Bei einem Pilotprojekt in der Schweiz fliegen Drohnen durch das Lager und scannen die Produkte.

Wenn es Nacht wird, steigen sie aus ihren Boxen. Dann beginnt die Schicht der neuen Inventar-Drohnen bei Ikea in der Schweiz. Die Drohnen sind Teil eines Pilotprojekts von Ikea und seit Januar in Spreitenbach im Einsatz. Zu acht schweben sie durch die zehn Meter hohe Regale, halten an, um einen Strichcode zu scannen, und fliegen weiter.

Die Drohnen arbeiten, wenn die Kundschaft und die Mitarbeitenden die Ikea-Filiale verlassen haben; in der Nacht und am Sonntag. Sie ermitteln den Standort der Paletten im Lager, scannen die Strichcodes der Produkte und übermitteln die Informationen über den Lagerbestand an das System.

Schneller und besser als Menschen

«Das Zählen der Paletten hat uns jeden Tag mehrere Stunden gekostet», sagt Helge Nilsson, Logistics Manager bei Ikea in Spreitenbach. Die Drohnen bringen keine Zahlen durcheinander und arbeiten die ganze Nacht fehlerfrei.

Überflüssig werden die Mitarbeiter dennoch nicht. «Die Drohnen ergänzen unsere Mitarbeitenden», sagt eine Sprecherin von Ikea gegenüber «20 Minuten». «Unsere Mitarbeiter haben jetzt mehr Zeit für Aufgaben, die nur Menschen ausführen können.» Ikea setze ihre Mitarbeitenden flexibel in verschiedenen Abteilungen ein. Dank des wachsenden Onlinehandels gebe es genug zu tun. Es werde auch untersucht, ob es weitere Bereiche gebe, wo Maschinen wie Drohnen oder Roboter eingesetzt werden können.

99,9-prozentige Genauigkeit des Warenbestandes

Die Drohnen sollen auch helfen, Frust bei Kunden zu verhindern. Konkret geht es darum, Situationen zu vermeiden, wo Kunden ein als verfügbar angezeigtes Produkt nicht kaufen können, weil es plötzlich doch nicht erhältlich ist – das ist besonders ärgerlich, wenn man für den Einkauf eine lange Fahrt hinter sich hat.

«Mit Hilfe der Drohnen haben wir eine Genauigkeit von 99,9 Prozent erreicht», sagt die Sprecherin von Ikea. Systemungenauigkeiten sind nicht nur ärgerlich für die Kundschaft, sie kosten die Ikea Geld. Zum einen entgehen ihr möglicherweise Geschäfte, zum anderen muss sie Lieferungen allenfalls zweimal ausführen.

Die Drohnen sollen laut Ikea auch mehr Sicherheit für die Mitarbeitenden bieten. «Früher mussten Menschen auf die Regale steigen, um Inventur zu machen», sagt die Sprecherin. Die Drohnen können nicht nur zählen, sie merken auch, wenn eine Palette sich an einem falschen Ort befindet, beschädigt ist oder so gelagert ist, dass es ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte. Dank eines Rundum-Sicherheitssensors können die Drohnen Hindernissen ausweichen und kommen sich bei der Arbeit nicht in die Quere.


(L'essentiel/Janine Gloor)

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