Luxemburg: Illegale Kletterer suchen sich Antennen von Junglinster als Ziel

Publiziert

LuxemburgIllegale Kletterer suchen sich Antennen von Junglinster als Ziel

JUNGLINSTER – Die 217 Meter hohen Antennen von Junglister wurden zum Ziel einer illegalen Kletter-Aktion. Wir haben mit einem der Beteiligten gesprochen.

von
Nicolas Martin
1 / 13
Das Video, das seit einigen Tagen in den sozialen Netzwerken umgeht, ist schwindelerregend.

Das Video, das seit einigen Tagen in den sozialen Netzwerken umgeht, ist schwindelerregend.

Raddit oder Pinterest
Auf ihm zu sehen ist eine Gruppe Kletterer, die sich einen der mehr als 200 Meter hohen Sendetürme in Junglinster als Ziel ausgesucht haben.

Auf ihm zu sehen ist eine Gruppe Kletterer, die sich einen der mehr als 200 Meter hohen Sendetürme in Junglinster als Ziel ausgesucht haben.

Raddit oder Pinterest

Raddit oder Pinterest

Das Video, das innerhalb der letzten Tage in den sozialen Netzwerken die Runde machte, ist schwindelerregend: Eine Gruppe klettert auf der Spitze einer der drei Funktürme in Junglinster herum. Der ist über 200 Meter hoch. Ohne Gurte zieht sich die Person, die das Video aufnimmt, an der oberen Plattform hoch, wo drei andere Personen warten. «Das war im vergangenen Oktober, aber ich bin 2021 schonmal raufgestiegen», sagt der Kletterer, der seine Inhalte unter dem Pseudonym Borntoclimbtowers veröffentlicht, gegenüber L'essentiel. «Ich komme aus Hessen, in Deutschland. Ein Freund und ich mögen diese Türme», sagt er. In Deutschland habe er bereits 300 Meter hohe Türme bestiegen.

Der Mann, der sonst in einem Lagerhaus angestellt ist, gibt an zu wissen, dass er kein gutes Beispiel abgibt. «Niemand wird gezwungen, es mir nachzumachen, jeder muss ausreichend Disziplin haben, um nicht zu tun, was die anderen tun», so der 30-jährige. Seine Familie wisse von seiner Freizeitbeschäftigung. Was es ihm gibt? «Es ist schwierig, das zu beschreiben. Ich mache es für die Mischung aus Adrenalin, Freude und Ruhe. Für die Aussicht und das Abenteuer». Dass der kleinste Fehler tödlich sein kann, sei ihm klar. «Ich habe keine Angst, aber viel Respekt. Angst ist im «Lattice Climbing» ein No-Go. Das Risiko eines Fehlers ist zu hoch», erklärt er. Um die Antenne in Junglinster heraufzuklettern, habe er 25 bis 30 Minuten gebraucht. Davor musste er zwei Stacheldrahtzäune überwinden.

«Wir haben einen Strahlendetektor bei uns und ein Hochspannungsmessgerät», sagt er. In den Netzwerken sehe er regelmäßig Fotos anderer Kletterer auf den Türmen in Junglinster. Etwa 40 seit 2021, meint er. Er selbst klettert seit 2005 auf Türme. «Mein erster war gerade mal 30 Meter hoch. Seit 2010 steige ich bis 60 Meter und seit 2013 auf mehr als 200 Meter. Bis jetzt hatte ich nur einen Zwischenfall mit der Polizei in Deutschland, bestraft wurde ich aber nicht. Klettern ist ein Vergehen, das nur auf Anzeige verfolgt wird, und es ist kein Verbrechen. Der Polizeieinsatz, wenn man erwischt wird, kann jedoch sehr teuer sein und muss eine hohe Geldstrafe fürchten».

In Luxemburg existiert kein spezielles Gesetz dazu. Artikel 1382 des Zivilrechts («Code civil») jedoch sagt, «jede Handlung eines Menschen, die einem anderen einen Schaden zufügt, verpflichtet denjenigen, durch dessen Verschulden sie entstanden ist, zum Ersatz des Schadens», wie die großherzogliche Polizei erklärt. Kommt es zu einer Anzeige, kann es Strafen geben. Das jedoch setzt voraus, dass die Polizei verständigt wird, da die Strafverfolgung auf Basis eines Videos komplexer ist.

«Strengstens verboten und gefährlich»

Deine Meinung

0 Kommentare