Luxemburg – Im Lockdown adoptiert und schon wieder abgegeben
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LuxemburgIm Lockdown adoptiert und schon wieder abgegeben

LUXEMBURG – Nach fast zwei Jahren Corona und wieder mehr Normalität landen «Corona-Haustiere» mittlerweile wieder vermehrt im Tierheim.

Das nationale Tierheim in Gasperich nimmt nun Tiere auf, die sich die Besitzer während der Pandemie angeschafft hatten.

Das nationale Tierheim in Gasperich nimmt nun Tiere auf, die sich die Besitzer während der Pandemie angeschafft hatten.

Pexels/Editpress

In Luxemburg werden Haustiere zu jeder Jahreszeit abgegeben. Doch seit einigen Wochen kehren vermehrt sogenannte Corona-Tiere ins Tierheim zurück. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Vierbeiner, die sich Besitzer aus Lust und Laune während des Lockdowns angeschafft haben und die sie nun wieder loswerden möchten.

Mit der Rückkehr ins Büro, beziehungsweise in die Schule wird das Tier für die Familie zur Last. «Die Besitzer hatten höchstwahrscheinlich nicht weit genug vorausgedacht. Da sie nun wieder über acht Stunden am Tag von zu Hause weg sind, haben sie keine Zeit mehr, sich um das Haustier zu kümmern», erklärt Liliane Ferron, Vize-Präsidentin und Sprecherin des nationalen Tierheims in Gasperich.

Über soziale Netzwerke

Dabei habe das Tierheim in Gasperich im Jahr 2020 mehr Adoptionen als Abgaben von Tieren verzeichnet, so Ferron. Der Trend habe sich aber 2021 wieder umgekehrt. Im nationalen Tierheim sind 75 Hunde und etwa 30 Katzen permanent untergebracht. «Bei den Tieren, die wir derzeit aufnehmen, handelt es sich ganz klar um sogenannte Lockdown-Haustiere», bestätigt Ferron. Die Zahlen seien zwar zum Glück nicht gigantisch, dennoch sei die Tendenz bedauerlich – zumal sich die Tierheime während der Pandemie viel Mühe gegeben hatten, für die Vierbeiner ein gutes Zuhause zu finden.

«Da damals alles ausschließlich telefonisch behandelt werden musste und wir die adoptierenden Besitzer nicht ausführlich befragen konnten, gaben wir die Tiere zu Leuten, die wir bereits kannten», sagt Ferron. Bei den derzeit abgegeben Tieren handele es sich jedoch nicht um dieselben. Die meisten davon hätten sich die Besitzer, die sich nun davon trennen möchten, unter anderem über soziale Netzwerke zugelegt.

(nc/L'essentiel)

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