Bauprojekt – Im Nationalstadion rollt im Herbst 2020 der Ball

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BauprojektIm Nationalstadion rollt im Herbst 2020 der Ball

LUXEMBURG – Die neue Festung der «Roud Léiwen» ist in rund einem Jahr fertig. Wie sie heißen soll, ist weiterhin unklar.

Die schlechte Nachricht vorweg: Das prestigeträchtige Spiel in der EM-Qualifikation zwischen der luxemburgischen Fußball-Nationalmannschaft und Portugal am 11. Oktober wird nicht im neuen Nationalstadion stattfinden. Die zunächst anvisierte Fertigstellung des Bauprojektes im Herbst 2019 kann nicht eingehalten werden. Schlechtes Wetter machte den Bauarbeitern in einigen Phasen einen Strich durch die Rechnung.

Die Festung der «Roud Léiwen» werde zum 1. Mai 2020 komplett errichtet sein, wie Lydie Polfer, Bürgermeisterin von Luxemburg-Stadt am Mittwoch bei einer Begehung des Stadions bekanntgab: «Das heißt aber nicht, dass hier dann sofort gespielt wird. Es müssen zuerst noch die technischen Anlagen abgenommen und das Personal eingearbeitet werden.» Die Bürgermeisterin lobte die Arbeit der zuständigen Baufirmen seit dem Spatenstich im Mai 2017: «In den vergangenen zwei Jahren wurde hier immens viel und vor allem gut gearbeitet.»

Stadionname wird nicht verkauft

Sportminister Dan Kersch (LSAP) war ebenfalls angetan von den Fortschritten auf der Großbaustelle zwischen der Cloche d'Or und Kockelscheuer: «Damit geht eine lange Geschichte zu Ende. Vor 20 Jahren wurde in der Politik bereits über ein neues Stadion diskutiert.» Er geht davon aus, dass sich im Herbst 2020 die ersten Mannschaften gegenüber stehen. Kersch verteidigte einmal mehr das 60,4 Millionen teure Projekt. Jeder Euro, der in den Sport fließe, würde doppelt zurückgezahlt. Auch weil die Wirtschaft davon profitiere.

Bildstrecke: So soll das neue Nationalstadion aussehen

Die federführende Architektin, Carine Kieffer, erklärte, welche Arbeiten in den kommenden Wochen anstehen: «Der Rohbau ist soweit fertig. Momentan läuft der Innenausbau auf Hochtouren.» Bis zum Sommer werde sich das Gesicht der Baustelle völlig ändern, wenn die Seilnetzfassade mit den Blechpaneelen rund um das Stadion angebracht werde.

Um dem Namen des neuen Fußball- und Rugbytempels wird weiterhin ein Geheimnis gemacht. Eines schloss die Bürgermeisterin aber aus: Der Name wird nicht verkauft. Eine «ArcelorMittal-Arena» oder ein «SES-Stadion» wird es in Luxemburg also nicht geben.


(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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