In Luxemburg – Immer mehr Anrufe - Seelsorge stockt auf

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In LuxemburgImmer mehr Anrufe - Seelsorge stockt auf

LUXEMBURG - Die Telefonseelsorge erweitert ihre Servicezeiten. Denn die Suizidrate im Großherzogtum ist besorgniserregend.

Derzeit ist die Telefonseelsorge unter der Woche von 15 bis 23 Uhr zu erreichen. Freitag- und Samstagnacht zudem von 23 bis 7 Uhr. Foto: Editpress/Martine May

Derzeit ist die Telefonseelsorge unter der Woche von 15 bis 23 Uhr zu erreichen. Freitag- und Samstagnacht zudem von 23 bis 7 Uhr. Foto: Editpress/Martine May

Angesichts persönlicher, familiärer oder gesundheitlicher Probleme fällt es einigen Menschen leichter sich einem Außenstehenden anzuvertrauen. Diese Möglichkeit bietet das Sorgentelefon SOS Détresse. 2014 wurden unter der Telefonnummer 454545 genau 2.826 solcher Gespräche geführt, über E-Mail fanden 249 Beratungen statt. Im Durchschnitt macht das acht pro Tag. Im Vergleich zum Vorjahr sind das mehr Gespräche, 2013 haben die Mitarbeiter von SOS Détresse 2.755 Telefonate geführt.

Es überrascht nicht, das hauptsächlich Paar- und Familienprobleme die Luxemburger umtreiben. Das macht fast ein Drittel der Anrufe (886 Telefonate) aus. Sorgen bereiten aber auch Einsamkeit (479), gesundheitliche Probleme (224), psychische Störungen (203), Identitätskrisen (196) oder Sucht (110).

Suizid häufigste Todesursache

In diesem Jahr will SOS Détresse einen größeren Fokus auf die Suizidprävention legen. Die Servicezeiten werden deshalb bis zum Jahresende um zwei Stunden pro Tag verlängert. Langfristig wird eine 24-Stunden-Betreuung angestrebt, so wie es die Regierung auch in ihrem nationalen Plan zur Suizidprävention vorschlägt.

Denn die Suizidrate in Luxemburg ist besorgniserregend. Suizid ist im Großherzogtum unter den 18- bis 40-Jährigen die häufigste Todesursache, vor Verkehrsunfällen oder Krebs. Im Durchschnitt verübt im Land alle viereinhalb Tage ein Mensch Suizid. Erfasst wurden zudem 1600 Versuche, das sind fast fünf am Tag.

Die 9. nationalen Tage der Suizidprävention finden vom 24. bis zum 26. Februar statt. Alle Informationen auf der Website der prevention-suicide.lu.

(Juliette Devaux/L'essentiel)

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