in Luxemburg – Immer mehr brauchen Hilfe vom Roten Kreuz

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in LuxemburgImmer mehr brauchen Hilfe vom Roten Kreuz

LUXEMBURG - Das Rote Kreuz Luxemburg hat ein Rekordjahr hinter sich. Im Fokus stand 2016 die Hilfe für Asylsuchende. Aber bei Weitem nicht nur sie wurden unterstützt.

Auch außerhalb der Landesgrenzen war das Rote Kreuz aktiv. So wie hier in Nigeria.

Auch außerhalb der Landesgrenzen war das Rote Kreuz aktiv. So wie hier in Nigeria.

Rote Kreuz

Mitarbeiter und Freiwillige des Roten Kreuz Luxemburg hatten im vergangenen Jahr keine Zeit, um zu faulenzen. Laut des am Dienstag veröffentlichten Jahresberichts haben die Aktivitäten der Organisation im Jahr 2016 noch einmal zugenommen. «Das ist an sich keine gute Nachricht. Denn es bedeutet, dass noch mehr Hilfe benötigt wurde als sonst», erklärt Generaldirektor Michel Simonis. Im vergangenen Jahr steckte das Rote Kreuz seine Kapazitäten vor allem in die Integration der Flüchtlinge.

1260 Personen, die als Flüchtlinge anerkannt wurden, wurden durch das Lisko («Lëtzebuerger Integratiouns a Kohäsiounszënter»), das im Frühjahr 2016 gegründet wurde, bei Behördengängen unterstützt. Im «Interprétariat Interculturel» wurden 5223 Anfragen bearbeitet – ein Anstieg um 140 Prozent im Vergleich zu 2015. Stemmen kann das Rote Kreuz diese Herkulesaufgaben nur dank 69 Freiwilliger, die zusammen 29 Sprachen beherrschen. Außerdem betreute das Rote Kreuz 3100 Asylsuchende aus 62 Ländern, die im Erstaufnahmelager auf dem Kirchberg empfangen wurden.

Budget wieder im Gleichgewicht

Doch neben der Flüchtlingsbetreuung standen 2016 noch weitere Projekte auf der Agenda. Vor allem widmete sich das Rote Kreuz dem Kampf gegen soziale Ausgrenzung. So wurde in Remich das landesweit achte Sozialkaufhaus eröffnet. Von der dortigen «Wanteraktioun» profitierten 118 Personen. 18.500 Mahlzeiten wurden verteilt und Obdachlose kamen in den Genuss einer besseren Hilfe. In Zusammenarbeit mit der Stadt Luxemburg wurde zudem das Projekt «Streetwork Uewerstad» ins Leben gerufen, von dem Obdachlose bereits in den ersten Monaten 3600 Mal Gebrauch machten.

Im vergangenen Jahr konnte das Rote Kreuz – nach einem schwierigen Jahr 2015 – seine Finanzen wieder ins Gleichgewicht bringen. «Jetzt haben wir wieder die Möglichkeit, neue Projekte in Bereichen anzugehen, die für die Zukunft unserer Gesellschaft extrem wichtig sind: häusliche Pflege, Blutspenden, Reha und Behandlungen nach Krebserkrankungen», erklärt Simonis.

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