Statistik – Immer mehr Schwangere treiben ab

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StatistikImmer mehr Schwangere treiben ab

LUXEMBURG – Die Zahl der Abtreibungen im Land ist 2011 um 30 Prozent gestiegen. Doch zeigt die Statistik nur einen Teil der Wirklichkeit.

Frauenverbände fordern eine Lockerung des Abtreibungsgesetzes.

Frauenverbände fordern eine Lockerung des Abtreibungsgesetzes.

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602 Abtreibungen hat das Planning Familial 2011 in Luxemburg gezählt, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Dies sind 30 Prozent mehr als noch im Vorjahr (466). Inbegriffen sind allerdings nur Fälle, in denen das Planning Familial eingeschaltet war. Für Frauen, die ihre Schwangerschaft vorzeitig beenden wollen, ist das Zentrum eine Anlaufstelle. In Luxemburg darf eine Frau nur dann eine Abtreibung vornehmen lassen, wenn ein Risiko für das Kind oder die werdende Mutter besteht und wenn der Eingriff vor der zwölften Schwangerschaftswoche erfolgt.

Da das Gesetz streng ist, treiben viele Schwangere in Belgien oder den Niederlanden ab. «Das Gesetz sollte geändert werden. Frauen sollten die Möglichkeit erhalten, auch aus persönlichen Gründen abzutreiben», sagt Yolande Wagener, Pressesprecherin des Gesundheitsministeriums. Die Abtreibungsreform gehört zu einem der Schwerpunkte der Regierung in diesem Jahr.

Genaue Zahlen fehlen

Die Statistik des Planning Familial zeigt auch, dass 2011 etwas mehr Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren abgetrieben haben. Doch sind diese Zahlen nicht vollkommen aussagekräftig. «Wir wissen nicht, wie es bei den Schwangerschaftsabbrüchen unter Jugendlichen wirklich aussieht. Die Zahlen basieren auf den Tätigkeiten des Planning Familial. Doch geben die nur einen Teil der Wirklichkeit wieder.» Mit anderen Worten: Es ist derzeit unmöglich, die tatsächliche Anzahl jener jungen Frauen zu erfahren, die schwanger werden oder die zum Eingriff ins Ausland reisen.

Derweil soll eine neue Aufklärungskampagne in Schulen und Jugendheimen starten. Die dazugehörige Broschüre wurde von Teenagern erstellt. Im vergangenen Jahr hat die Präventionskampagne 1,5 Millionen Euro gekostet.

(Jmh/L'essentiel Online)

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