Luxemburg – Impfpflicht in Neuverträgen gibt es nur im CHL
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LuxemburgImpfpflicht in Neuverträgen gibt es nur im CHL

LUXEMBURG – Das CHL stellt Bewerber nur noch ein, wenn diese geimpft sind. Die übrigen Kliniken folgen der Linie nicht, doch Paulette Lenert kann sich eine Empfehlung vorstellen.

Das CHL stellt neue Mitarbeiter nur noch mit Impfung ein.

Das CHL stellt neue Mitarbeiter nur noch mit Impfung ein.

Vincent Lescaut

«Wenn ich einen Vertrag unterschreiben muss und überzeugt bin, dass das einem Patienten schaden könnte, dann unterschreibe ich nicht», hatte Dr. Romain Nati, Direktor des Centre hospitalier de Luxembourg (CHL), dem Radiosender 100.7 gesagt. Er erklärte, dass alle neuen Mitarbeiter des CHL geimpft sein müssen, um im Krankenhaus an der Route d'Arlon arbeiten zu können. Dies sei eine ethische Entscheidung, so Romain Nati, der den Patienten die größtmögliche Sicherheit bieten möchte. Diese Verpflichtung gelte nicht für das derzeitige Personal, von dem 83 Prozent bereits geimpft seien, sondern für die neu eintretenden Mitarbeiter, in deren Verträgen dieser Passus nun enthalten sein werde.

Die anderen Krankenhäuser des Landes gehen derzeit nicht den gleichen Weg. «Im Moment hat sich unsere Einstellungspolitik nicht geändert, und meines Wissens steht eine Änderung auch nicht zur Debatte», sagte uns ein Sprecher des Centre hospitalier Émile-Mayrisch in Esch/Alzette auf Nachfrage. Dasselbe gilt für das Centre hospitalier du Nord (CHdN). «Das ist bei uns nicht geplant, im Moment nicht», so eine Sprecherin. Sie wies darauf hin, dass mehr als 80 Prozent der Beschäftigten und 95 Prozent der Ärzte des CHdN bereits geimpft seien. Wenn es neue Empfehlungen gebe, hänge das von der Verwaltung ab.

«Das ist bestimmt der richtige Weg»

Seitens der Robert-Schuman-Kliniken, die das Krankenhaus in Kirchberg betreiben, gibt es ebenfalls keine Pläne, nur geimpfte Personen einzustellen. «Im Moment nicht. Wir halten uns strikt an die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums. Wenn sich das ändert, werden wir das berücksichtigen. Im Moment folgen wir der 3G-Regel».

Die Regierung hat zwar noch keine offizielle Entscheidung zu diesem Thema getroffen, aber Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) scheint den Weg des CHL zu unterstützen. «Es ist verständlich, dass das im Kontext eines Krankenhauses geschieht. Im Kontakt mit gefährdeten Menschen ist das bestimmt der richtige Weg», sagte sie. «Wir haben uns noch nicht positioniert, aber wir werden diese Woche darüber nachdenken. Es könnte eine Empfehlung sein. Die Gesundheitsbehörden empfehlen generell dringend eine Impfung.»

Wäre eine solche Maßnahme legal, wenn Luxemburg im Gegensatz zu Frankreich keine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen einführt? Laut Paulette Lenert ja: «Hier würde es vertraglich geregelt werden. Das ist nicht mit einer Impfpflicht zu verwechseln, sondern kann nur im Rahmen eines Arbeitsvertrags auferlegt werden.»

(jw/Lessentiel)

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