Frauen und Jüngere – Impfreaktionen treffen bestimmte Gruppen häufiger
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Frauen und JüngereImpfreaktionen treffen bestimmte Gruppen häufiger

LUXEMBURG – Etwa 70 Prozent der Meldungen über Nebenwirkungen nach einer Impfung gegen das Coronavirus stammen von Frauen oder jungen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren.

Wenn auch selten: Vor allem Frauen berichten von stärkeren Nebenwirkungen.

Wenn auch selten: Vor allem Frauen berichten von stärkeren Nebenwirkungen.

Von leichten Muskelschmerzen bis hin zu schwerwiegenden oder sogar tödlichen Folgen: Die Impfungen gegen das Coronavirus werden genau überwacht. Genau wie bei jedem anderen Medikament. In einer öffentlichen Datenbank erfasst die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) über das Informationsnetzwerk Eudravigilance alle europaweit gemeldeten verdächtigen Reaktionen.

Bis Dienstag wurden demnach bei 123 Millionen injizierten Dosen in 30 Ländern mehr als 353.000 Meldungen nach einer Anticovid-Impfung mit Astrazeneca (fünf Fälle pro 1000 Geimpfte), Pfizer (1,5 Fälle pro 1000) oder Moderna (1,4 Fälle pro 1000) übermittelt. «Dies sind mögliche unerwünschte Reaktionen, die nach der Verabreichung eines Arzneimittels auftreten. Aber sie können auch ohne direkten Zusammenhang mit dem Medikament auftreten», betonte die Europäische Arzneimittelagentur gegenüber L'essentiel.

Ein Prozent der Geimpften berichtet von schweren Nebenwirkungen

In Europa kamen 70 bis 76,5 Prozent der gemeldeten Nebenwirkungen – unabhängig von deren Schweregrad – von Frauen und zwischen 60 und 80 Prozent von Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren. In Luxemburg hat die Division de la pharmacie et des médicaments ihren ersten Bericht zu diesem Thema veröffentlicht, der ab sofort alle zwei Wochen vorgelegt werden soll.

Bis zum 16. April wurden hierzulande 1125 Meldungen verzeichnet – darunter drei eventuell in Verbindung stehende Todesfälle, 13 Krankenhauseinweisungen, 129 sogenannte schwere Fälle und 116 Krankschreibungen. Während nur ein Prozent der Geimpften schwerere Nebenwirkungen meldeten, stammten diese Berichte zu 67 Prozent von Frauen und zu 61 Prozent von Menschen im Alter von 25 bis 49 Jahren. Bis zum 24. April waren 1222 Fälle gemeldet worden, darunter 1108 für Pfizer (zehn Fälle pro 1000), 82 für AstraZeneca und 32 für Moderna (zwei Fälle pro 1000). Bei Astrazeneca wurde einer von zwei Fällen als «schwerwiegend» eingestuft.

(Nicolas Martin/L'essentiel)

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