OGBL kritisiert Rentenreform – «In 40 Jahren gibt's 14 Prozent weniger Rente»

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OGBL kritisiert Rentenreform«In 40 Jahren gibt's 14 Prozent weniger Rente»

LUXEMBURG – Wie lang arbeiten wir in Zukunft für welche Rente? Das soll die Rentenreform regeln. Die Vorlage zum Gesetz stößt auf den Widerstand der Gewerkschaften.

Wer im Sommer kellnert oder einen anderen Ferienjob macht, sollte die Monate in die Rente einbringen können, fordert die Gewerkschaft OGBL.

Wer im Sommer kellnert oder einen anderen Ferienjob macht, sollte die Monate in die Rente einbringen können, fordert die Gewerkschaft OGBL.

Das Prinzip der Rentenreform ist einfach: Für die gleiche Rente müssen Beschäftigte künftig länger arbeiten. Das sieht die Vorlage zum Gesetzentwurf vor, die die Regierung am Freitag absegnen soll. Die Gewerkschaften sind dagegen: «So wie der Gesetzestext jetzt steht, ist er nicht hinnehmbar», stellte der OGBL-Vorsitzende Jean-Claude Reding am Dienstagmittag klar.

Im Klartext: Wer heute anfängt zu arbeiten und 40 Jahre lang bis 2052 beschäftigt ist, dessen Rente ist je nach Fall um zehn bis 14 Prozent geringer als die eines Rentners heute, hat der OGBL ausgerechnet. Um auf die gleiche Rente zu kommen, müsste er drei Jahre länger arbeiten. Die längere Lebensarbeitszeit solle freiwillig sein, hatte Sozialminister Mars Di Bartolomeo (LSAP) stets betont.

Ferienjobs und Praktika anrechnen?

Inakzeptabel für die Gewerkschaften OGBL ist aber, dass dies nicht für alle möglich ist und ihre Verbesserungsvorschläge nicht berücksichtig worden seien: Einerseits sind junge Menschen betroffen, die erst spät anfangen zu arbeiten. Denn das maximale Rentenalter bleibt bei 65 Jahren. Wer also mit 25 Jahren zu arbeiten beginnt, kann nicht 43 Jahre einzahlen, verliert also die Höchstrente. Daher hatte der OGBL vorgeschlagen, Ferienjobs und bezahlte Praktika, die oft einige Monate dauern, in die Rentenberechnung einzugliedern. Diese Vorschläge habe der Sozialminister aber nicht berücksichtigt.

Ebenso wenig werde der Reformentwurf wie versprochen von einem Beschäftigungsplan für ältere Arbeitnehmer begleitet, kritisiert die Gewerkschaft. «Wer will, dass die Menschen länger arbeiten, muss ihnen auch die Chance dazu geben», erklärt OGBL-Sozialexperte Carlos Perreira. Bisher hätten ältere Arbeitnehmer kaum die Möglichkeit, bis zum tatsächlichen Renteneintrittsalter im Job zu bleiben.

Bis Ende Februar verhandeln und dann auf die Straße

Bis Ende Februar will die Gewerkschaft nun noch mit Sozialminister Mars Di Bartolomeo verhandeln. Sollten auch dann die Hauptkritikpunkte nicht geklärt sein, droht die Gewerkschaft OGBL mit Demonstrationen. Zudem will sie über ihre Personaldelegationen gegen das vorliegende Reformprojekt demonstrieren.

sb/L'essentiel Online mit Patrick Théry

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