Warnstreiks – In Deutschland gehen die Leute zu Fuß zur Arbeit
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WarnstreiksIn Deutschland gehen die Leute zu Fuß zur Arbeit

In weiten Teilen Deutschlands steht der öffentliche Verkehr heute Morgen still. Die rund zwei Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes fordern mehr Geld.

U-Bahn? Gibt's heute nicht! In Düsseldorf blockiert ein Streikender den Zugang.

U-Bahn? Gibt's heute nicht! In Düsseldorf blockiert ein Streikender den Zugang.

DPA

In Teilen Deutschlands haben Angestellte des öffentlichen Dienstes mit Warnstreiks für mehr Lohn protestiert. Nach dem Beginn der Streikwelle bei Luxemburgs Nachbarn im Saarland und in Rheinland-Pfalz am Montagblieben am Mittwoch vielerorts in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg die öffentlichen Verkehrsmittel in ihren Depots.

In den frühen Morgenstunden traten unter anderem Beschäftigte der Verkehrsbetriebe im Ruhrgebiet, in Köln, Düsseldorf, Stuttgart und Karlsruhe in den Ausstand. «Die Fahrzeuge stehen still», sagte Günter Isemeyer, Sprecher der Gewerkschaft Verdi in NRW.

Fast ganz Deutschland betroffen

«Köln ist für 24 Stunden zu, da geht keine Straßen- und keine U-Bahn raus», sagte Isemeyer. Die ersten Bahnen würden erst am Donnerstagmorgen wieder fahren, hieß es weiter. Uschi Schorlepp von Verdi in Baden-Württemberg sagte, in Stuttgart, Esslingen und Karlsruhe habe kein Bus das Depot verlassen.

Aktionen waren auch in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg geplant. Neben dem öffentlichen Verkehr sollten auch zahlreiche Kindertagesstätten, Behörden und Bäder geschlossen bleiben und der Müll nicht abgeholt werden. In vielen Krankenhäusern wird nur ein Notdienst angeboten.

Bereits zu Wochenbeginn hatte Verdi zu Warnstreiks in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland aufgerufen. Am Dienstag waren Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an der Reihe.

Streiks die ganze Woche angekündigt

Die ganze Woche über soll in ganz Deutschland in wechselnden Bundesländern gestreikt werden. Hintergrund sind Forderungen nach mehr Geld für die deutschlandweit rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Gemeinden.

Die Gewerkschaft Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes dbb verlangen ein Plus von 6,5 Prozent - mindestens aber 200 Euro im Monat.

Die Arbeitgeber hatten bei der ersten Verhandlungsrunde vergangene Woche kein Angebot vorgelegt. Die Tarifparteien wollen sich nächsten Montag und Dienstag erneut zusammensetzen.

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