Minderjährige in Schrassig – In Luxemburg fehlt Platz für Jugendstraftäter

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Minderjährige in SchrassigIn Luxemburg fehlt Platz für Jugendstraftäter

LUXEMBURG – Einige minderjährige Straftäter sind zu gefährlich, um vom sozialpädagogischen Zentrum in Dreiborn aufgenommen zu werden. Der Staat sucht nach einer Lösung.

Am vergangenem Freitag wurde ein «äußerst gewalttätiger» Jugendlicher in der Haftanstalt Schrassig weggesperrt.

Am vergangenem Freitag wurde ein «äußerst gewalttätiger» Jugendlicher in der Haftanstalt Schrassig weggesperrt.

Editpress/Ifinzi

Was soll mit «gewalttätigen», minderjährigen Straftätern passieren? Nach dem Treffen am Dienstag zwischen Justizministerin Sam Tanson und den Vertretern der Rechtsanwaltskammer – die sich gegen die Einweisung von minderjährigen Straftätern in die Haftanstalt Schrassig aussprachen – wurde diese Frage wieder aktuell.

In einer parlamentarischen Antwort stimmte die Regierung mit der Stellungnahme der Rechtsanwaltskammer überein. Dennoch bestehe weiterhin die Frage, wo gewalttätige Minderjährige untergebracht werden sollen. Denn einige seien einfach zu gefährlich, um vom sozialpädagogischen Zentrum in Dreiborn aufgenommen zu werden. Am vergangenen Freitag wurde ein «äußerst gewalttätiger» Minderjährige in der Haftanstalt Schrassig weggesperrt.

Laut Tanson seien sich die verschiedene Interessengruppen über den Jugendschutzgesetzentwurf nicht einig gewesen. Ein neuer Gesetzentwurf würde derzeit erarbeitet. Damit sei die österreichische Richterin und ehemalige Präsidentin des UN-Kinderrechtsausschusses Renate Winter beauftragt worden. Damit die Expertin in Fragen des Jugendstrafrechts ihren Auftrag erfüllen kann, muss sie sich zuerst mit dieser Frage mit den verschiedenen Akteuren (Justiz, Sozialpädagogen, Jugendverbänden) auseinandersetzen.

(jw/L'essentiel)

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