In Schweden werden mehr Personen denn je erschossen

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Trauriges RekordjahrIn Schweden werden mehr Personen denn je erschossen

Am Freitagmorgen bestätigte die schwedische Polizei einen Todesfall durch Erschießen. Dadurch steigt die Zahl der durch Schusswunden Versorbenen auf 48.

Wächter in Schweden

Das bisherige Rekordjahr 2020 zählte insgesamt 47 durch Schussverletzungen verstorbene Personen. Diese Zahl wurde 2022 bereits im September überschritten.

unsplash/Philip Myrtop

Niemals zuvor sind in Schweden innerhalb eines Jahres so viele Menschen durch Schüsse getötet worden wie 2022. Wie die schwedische Polizei am Freitagmorgen mitteilte, erlag ein Mann im Alter zwischen 20 und 30 in der Nacht seinen Verletzungen, nachdem er am späten Vorabend von Schüssen im südschwedischen Kristianstad getroffen wurde. Drei Monate vor Weihnachten hat das skandinavische Land somit bereits 48 Todesfälle mit Schussverletzungen registriert – der bisherige Jahresrekord aus dem Jahr 2020 hatte bei 47 gelegen.

Angesichts der in Schweden herrschenden Bandenkriminalität hatte Polizeichef Anders Thornberg schon vor einigen Tagen gewarnt, dass dem Land ein Rekord bevorstehe. Gehe es so weiter wie bisher, könnte es bis zum Jahresende mehr als 60 Tote durch Schüsse geben, hatte er in einem Interview der Nachrichtenagentur TT gesagt. Die Lage wird demnach davon geprägt, dass mehr Schusswaffen im Umlauf sind und junge Täter von ihnen Gebrauch machten, um zu töten.

Schweden gilt in Deutschland zwar als überaus friedlich, ringt aber schon seit Jahren mit kriminellen Gangs – das Problem ist so groß, dass es vor der schwedischen Parlamentswahl am 11. September zu den wichtigsten Wahlkampfthemen zählte. Das Bandengeflecht ist komplex. Der Kriminalreporter Lasse Wierup hatte in seinem 2020 erschienenen Buch «Gangsterparadiset» (Das Gangster-Paradies) geschätzt, dass es mittlerweile mindestens 350 kriminelle Konstellationen im Land gibt, von Rockern über ethnisch zusammenhängende Banden bis hin zu lokal aktiven Netzwerken, die allesamt unter anderem um Einfluss auf dem Drogenmarkt ringen. Das wären mehr als dreimal so viele wie 2010.

(DPA/nr)

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