DNS-Beweis: In Temmels entdeckte Leichenteile stammen von Diana S.

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DNS-BeweisIn Temmels entdeckte Leichenteile stammen von Diana S.

DIEKIRCH – Zwei Wochen nach dem Fund von Leichenteilen bei Temmels ist nun bekannt, zu wem die Überreste gehören: zu Diana S.

von
Nicolas Martin
Vanessa Strauch
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19. September
19. September

Jugendliche entdecken eine zerstückelte und enthauptete Leiche hinter einem verlassenen Gebäude in Mont-Saint-Martin (Frankreich).

L'essentiel/Vincent Lescaut

L'essentiel/Vincent Lescaut
22. Oktober
22. Oktober

In Athus in Belgien, wo Diana mehr als drei Jahre lang lebte, wird ein Trauermarsch organisiert.

L'essentiel/Vincent Lescaut

Die Staatsanwaltschaft Diekirch hat am Dienstag bestätigt, dass die am 1. November gefundenen Leichenteile beim deutschen Temmels zur getöteten Portugiesin Diana S. aus Diekirch gehören. Ihr enthaupteter Torso war am 19. September in Mont-Saint-Martin gefunden worden. «Die gerichtlichen Ermittlungen in Luxemburg dauern an und zum jetzigen Zeitpunkt können keine weitere Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben werden», heißt es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.

Geführt werden die Ermittlungen durch die luxemburgischen Behörden, schreibt das Polizeipräsidium Trier in seiner Mitteilung zu den Analyseergebnissen. Die Ermittlungen auf deutscher Seite sowie der Austausch mit der Luxemburger Polizei würden jedoch fortgeführt. «Ein Zusammenhang konnte sehr früh angenommen werden», so die Polizei. Andere Ermittlungsansätze hätten jedoch ebenso verfolgt werden müssen – u.A. glich die Polizei deutschlandweit Leichenfunde mit fehlenden Extremitäten ab. Die Zugehörigkeit der Leichenteile zu Diana S. habe nun jedoch «zweifelsfrei nur durch die DNS-Analyse und den Abgleich an der Gerichtsmedizin an der Mainzer Uniklinik nachgewiesen werden» können.

Die Staatsanwaltschaft Diekirch hatte am 7. Oktober bekannt gegeben, dass im Falle Diana S. ein Mann festgenommen und wegen Mordes angeklagt wurde. Er befindet sich seitdem in Schrassig in Untersuchungshaft und soll der Onkel eines Mannes sein, den Diana S. im vergangenen Sommer in Portugal geheiratet hatte. Von den Angehörigen wurde diese Beziehung als Scheinehe bezeichnet.

Chronologie der Ermittlungen

19. September

Jugendliche entdecken eine zerstückelte und enthauptete Leiche hinter einem verlassenen Gebäude in Mont-Saint-Martin (Frankreich).

23. September

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittlungen gibt der Staatsanwalt von Nancy, François Pérain, an, dass das Opfer zwischen 20 und 35 Jahre alt sei. Er veröffentlicht Zeichnungen ihrer Tätowierungen, um bei der Identifizierung zu helfen.

4. Oktober

Anhand der Tätowierungen wurde das Opfer von Angehörigen identifiziert. Die Staatsanwaltschaft Nancy enthüllt, dass es sich bei der gefundenen Leiche um eine 40-jährige portugiesische Staatsbürgerin mit Wohnsitz in Luxemburg handelt. Die Staatsanwaltschaft Diekirch wird mit den Ermittlungen beauftragt.

7. Oktober

Die Staatsanwaltschaft Diekirch gibt bekannt, dass eine Person, die verdächtigt wird, in den Mord verwickelt zu sein, am Donnerstag, den 6. Oktober, festgenommen und anschließend wegen Mordes angeklagt wurde. Es handelt sich um einen 48-jährigen Mann, der der Onkel eines Mannes sein soll, den Diana S. im Sommer im Rahmen einer Scheinehe geheiratet haben soll. Er wird in Diekirch in Untersuchungshaft genommen.

22. Oktober

In Athus in Belgien, wo Diana mehr als drei Jahre lang lebte, wird ein Trauermarsch organisiert. Daniel Baulisch, der Anwalt des Verdächtigen, erklärt, dass sein Mandant auf Unschuld plädiert. «Er sagt, dass er nichts mit den Taten zu tun hat und mit der Justiz kooperiert».

1. November

Am Nachmittag des 1. November entdeckt ein Spaziergänger in Deutschland Leichenteile in einem Gebüsch nahe Temmels an der luxemburgischen Grenze. Die deutsche Kriminalpolizei bittet die luxemburgische Polizei als Beobachter an den Ort des Geschehens. Ein Zusammenhang mit dem Fall Diana S. wird weder bestätigt noch dementiert.

15. November

Die deutsche Justiz und Polizei sowie die Staatsanwaltschaft Diekirch geben bekannt, dass die in Temmels gefundenen Körperteile nach gerichtsmedizinischen Untersuchungen tatsächlich von Diana S. stammen.

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