Algorithmus: Instagram will Alter seiner Nutzer mittels Gesichtserkennung ermitteln
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AlgorithmusInstagram will Alter seiner Nutzer mittels Gesichtserkennung ermitteln

Mit einem britischen Startup testet Instagram in den USA eine neue Funktion: Nutzerinnen und Nutzer können sich filmen, ihr Alter wird dann geschätzt.

(FILES) In this file photo taken on October 18, 2021 a picture taken in Moscow shows the US social network Instagram's logo on a tablet screen. - A consortium of US states announced a joint probe November 18, 2021 of Instagram's parent company Meta for promoting the app to children despite allegedly knowing its potential for harm, in fresh regulatory trouble for the scandal-hit network. (Photo by Kirill KUDRYAVTSEV / AFP)

Pexels/cottonbro

Das Online-Netzwerk Instagram will das Alter seiner Nutzerinnen und Nutzer künftig auch per Gesichtserkennung ermitteln. Die Funktion werde derzeit in den USA getestet, teilte Instagram am Donnerstag mit. Dabei arbeite das Unternehmen mit dem britischen Startup Yoti zusammen; es hat einen Algorithmus zur Erkennung von Gesichtszügen entwickelt.

Die App fordert Nutzerinnen und Nutzer seit dem vergangenen Jahr auf, das Geburtsdatum anzugeben und verlangt dafür eine Bestätigung – etwa einen Ausweis. Wer die Frage regelmäßig ignoriert, dessen Account wird nach Angaben von Instagram gesperrt. Bestimmte Inhalte sind erst zu sehen, wenn ein Geburtsdatum mindestens über 18 Jahre her ist.

Fehleranfällig bei Frauen und nicht Weißen

Im Test in den USA können Nutzerinnen und Nutzer sich nun auch filmen und das Video an den Instagram-Mutterkonzern Meta schicken – Yoti schätzt dann das Alter. Das Startup gibt seine Fehlermarge bei 13- bis 19-Jährigen mit 1,5 Jahren an. Fehleranfälliger ist der Algorithmus laut Yoti bei Gesichtern von Frauen und nicht Weißen.

Mindestalter für die Nutzung von Instagram ist 13 Jahre – viele Kinder geben sich aber als sehr viel älter aus. Instagram wird häufig vorgeworfen, zu wenig für den Schutz minderjähriger Nutzer zu tun. Im Herbst 2021 hatte Frances Haugen, eine frühere Angestellte von Facebook – wie der Instagram-Mutterkonzern Meta damals noch hieß – interne Dokumente geleakt, denen zufolge die Führungsebene des Konzerns Risiken insbesondere für die geistige Gesundheit von Mädchen wegen der Konfrontation mit weiblichen Schönheitsidealen bewusst in Kauf genommen hatte.

Meta hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Konzernvertreter wurden aber mehrfach vom US-Kongress und von Kinderschützern dafür kritisiert.

(L'essentiel/afp)

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