Vorwurf der Spionage: Iran plant Hinrichtung von schwedisch-iranischem Physiker

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Vorwurf der SpionageIran plant Hinrichtung von schwedisch-iranischem Physiker

Der Iran plant die baldige Hinrichtung des iranisch-schwedischen Physikers Ahmad Reza Jalali. Die Todesstrafe wegen Spionage solle bis spätestens 21. Mai vollstreckt werden, berichtete die halbstaatliche Nachrichtenagentur INSA am Mittwoch unter Berufung auf Beamte.

Kurz zuvor hatte der Iran den schwedischen Botschafter wegen eines Prozesses gegen einen Iraner in Schweden einbestellt, gegen den die dortige Staatsanwaltschaft lebenslängliche Haft wegen Kriegsverbrechen im iranisch-irakischen Krieg beantragte. Maja Åberg von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in Schweden sagte, die iranischen Ankündigung sei kein Zufall. «Sie legt nahe, dass (Iran) ihn als eine Art Teil eines Puzzlespiels betrachtet, was sehr Besorgnis erregend ist», sagte Åberg der schwedischen Nachrichtenagentur TT.

Jalali ist auf Katastrophenhilfe spezialisiert. Menschenrechtsgruppen habe seine Festnahme als oft praktiziertes Vorgehen des Irans gegen Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft kritisiert. 2017 wurde er zum Tode verurteilt. Das Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen, in denen Jalali offenbar erzwungen einräumte, Informationen über iranische Atomwissenschaftler an ausländische Geheimdienste weitergegeben zu haben.

Der Kriegsverbrecherprozess gegen den Iraner in Schweden gilt als richtungsweisend. Das Stockholmer Bezirksgericht kündigte ein Urteil für den 14. Juli an.

(AP/L'essentiel)

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