Unmoralischer Jubel – Iranische Profis wegen Po-Griff suspendiert

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Unmoralischer JubelIranische Profis wegen Po-Griff suspendiert

Mohammad Nosrati und Shey Rezaei spielen vorläufig nicht mehr für den iranischen Fußballverein Persepolis. Ihnen wurde eine Jubelszene nach einem Tor zum Verhängnis.

Was hierzulande nicht einmal ein müdes Lächeln wert ist, jagt den Iranern die Zornesröte ins Gesicht. Es begann mit einem Tor: Persepolis spielte in der nationalen Meisterschaft gegen Damash Gilan. Der ehemalige iranische Bundesligaprofi Vahid Hashemian von Bochum, Hannover, Bayern und dem HSV traf zum 1:0 für die Gastgeber. Schnell bildete sich eine Spielertraube um den Torschützen, die sich jubelnd in den Armen lag.

Was dann passierte, hat in Iran einen regelrechten Skandal ausgelöst. Shey Rezaei sprang euphorisch auf seine Teamkollegen, um den Treffer mitzufeiern. Mohammad Nosrati gesellte sich ebenfalls zu den jubelnden Spielern und fasste dabei seinem Teamkollegen an den Allerwertesten. Ein Griff mit fatalen Folgen.

Verein suspendiert Spieler

Persepolis reagierte umgehend auf diesen Vorfall im überwiegend islamischen Iran und schloss die beiden Spieler, die die Geste als Spaß bezeichneten, vorläufig aus. «Nosrati hat elf Jahre zur Nationalmannschaft gehört, aber das zählt für uns nicht, wenn es zu einem Bruch sozialer und ethischer Tabus in solch hässlicher Art und Weise kommt», sagte ein Persepolis-Sprecher der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Der Verein kürzte ihnen auch die Gehälter um 15 Prozent.

Während Rezaei und Nosrati «nur» suspendiert wurden, musste der langjährige Persepolis-Manager Mahmud Chordbin ganz den Hut nehmen. Ihm wird vorgeworfen, den umstrittenen Torjubel gesehen, aber weder den iranischen Verband FFI noch den Verein informiert zu haben. Der FFI versucht seit Jahren, «soziale Werte» in den iranischen Fußball zu bringen. Frauen ist der Besuch im Stadion jedoch untersagt.

L'essentiel Online/heg

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