Bewaffnet gestürmt – IS befreit Gefängnisinsassen in Syrien
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Bewaffnet gestürmtIS befreit Gefängnisinsassen in Syrien

Der «Islamische Staat» hat in Nordsyrien ein Gefängnis gestürmt, während die Insassen die Wächter überwältigten. Es wird 40 Toten berichtet.

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In den frühen Freitagmorgenstunden griffen IS-Kämpfer das Ghweran-Gefängnis im nordsyrischen Hassake an.

In den frühen Freitagmorgenstunden griffen IS-Kämpfer das Ghweran-Gefängnis im nordsyrischen Hassake an.

SDF Media/Twitter
Dort sind Tausende ausländische IS-Kämpfer inhaftiert.

Dort sind Tausende ausländische IS-Kämpfer inhaftiert.

20min/Ann Guenter
Unbestätigten Meldungen zufolge soll acht IS-Insassen die Flucht gelungen sein, zwei von ihnen hätten kurdische Milizen wieder fassen können.

Unbestätigten Meldungen zufolge soll acht IS-Insassen die Flucht gelungen sein, zwei von ihnen hätten kurdische Milizen wieder fassen können.

20min/Ann Guenter

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in al-Hassaka, Nordsyrien, ein von Kurden bewachtes Gefängnis angegriffen. Dort sitzen Tausende IS-Anhänger aus 28 bis 36 verschiedenen Nationen in Massenzellen.

Während die schwer bewaffneten IS-Anhänger das ehemalige Schulgebäude unter anderem mit Raketenwerfern beschossen, meuterten gleichzeitig die Insassen im Ghweran-Gefängnis. Sie steckten Decken und Plastikgegenstände in Brand, überwältigten Gefängniswächter und gelangten an Waffen und Munition.

Die Lage war lange unübersichtlich. Aktivisten zufolge sind bei diesem schwersten Angriff der letzten Jahre mehr als 40 Menschen getötet worden. Unbestätigten Meldungen zufolge soll acht IS-Insassen die Flucht gelungen sein, zwei von ihnen hätten kurdische Milizen wieder fassen können.

Noch ist offen, ob oder wie viele Insassen bei dem Ausbruchsversuch getötet wurden.

Über Stunden hielten in al-Hassaka schwere Gefechte an. Laut der kurdisch-arabischen Allianz SDF wurden außerhalb des Gefängnisses zwölf IS-Angreifer getötet. Darunter soll auch ein chinesischer oder uigurischer IS-Anhänger sein. Der IS war mit einem ganzen Trupp angerückt: 89 der Kämpfer wurden verhaftet.

IS in Häusern von Zivilisten verschanzt

Andere IS-Kämpfer hätten sich in Häusern von Zivilisten versteckt und würden noch auf SDF-Sicherheitskräfte schießen, berichten lokale Quellen gegenüber dem Newsportal 20 Minuten.

Die Rede ist auch von mindestens zwei getöteten SDF-Kämpfern, was jedoch noch nicht bestätigt wurde. Die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition bestätigte den gewaltsamen Befreiungsversuch und unterstützte die SDF-Kräfte mit Apache-Helikoptern.

Der IS ist seit 2019 territorial besiegt, hat sich aber im Untergrund neu organisiert und erstarkt in der Region wieder. Im benachbarten Irak starben bei einem IS-Angriff ebenfalls elf Soldaten.

(L'essentiel/Ann Guenter)

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