Bagdad – IS zündet Autobombe in Schiiten-Viertel

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BagdadIS zündet Autobombe in Schiiten-Viertel

In der irakischen Hauptstadt hat eine Explosion in der Nähe eines Marktes mehr als 60 Todesopfer gefordert. Der IS bekannte sich zur Tat.

Bei einem Anschlag in Bagdad sind heute mindestens 63 Menschen getötet worden. Bis zu 85 Menschen seien verletzt worden. Es sei zu befürchten, dass einige von ihnen nicht überlebten, teilten Sicherheitskräfte und Rettungsdienste mit.

Unbekannte hatten im mehrheitlich von Schiiten bewohnten Viertel Sadr City im Norden der irakischen Hauptstadt in der Nähe eines Marktes eine Autobombe gezündet. Zu dem Anschlag bekannte sich die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat, die in der Gegend immer wieder Schiiten angegriffen hatte.

Autobombe im Süden des Landes

In den vergangenen Monaten wurde der IS von den irakischen Streitkräften und einer internationalen Militärkoalition unter Führung der USA zurückgedrängt. Allerdings kontrolliert die Extremistenmiliz weiterhin Gebiete im Westen des Landes. Von dort aus verübt sie Anschläge in anderen Landesteilen.

Der bisher letzte Anschlag, zu dem sich der IS bekannte, wurde am 1. Mai mit zwei Autobomben in Samawa im Süden des Landes verübt. Dabei wurden 33 Menschen getötet.

Massenproteste und Reformforderungen

Der Irak ist seit Monaten politisch blockiert. Angesichts von Massenprotesten und immer lauteren Reformforderungen versucht Ministerpräsident Haider al-Abadi seit Wochen, sein Regierungsteam durch ein neues Kabinett aus Fachleuten zu ersetzen, die nicht nach konfessionellen oder parteilichen Kriterien ausgewählt werden.

Dem widersetzen sich diverse Oppositionsparteien. Tausende Anhänger des schiitischen Würdenträgers Muqtada al-Sadr organisierten Kundgebungen beim Parlament in Bagdad.

(L'essentiel/woz/sda/afp)

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