Internationaler Yoga-Tag: Islamisten stürmen Yoga-Veranstaltung auf den Malediven
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Internationaler Yoga-TagIslamisten stürmen Yoga-Veranstaltung auf den Malediven

Als «gegen die Lehren des Islams» stufen Islamisten Yoga ein und haben deshalb im Urlaubsparadies eine Veranstaltung anlässlich des Internationalen Yoga-Tags gestürmt.

ARCHIV - 11.03.2020, Malediven, Kuredu: Fußabdrücke sind am leeren Strand auf der Insel zu sehen. Die Urbanisierung und touristische Nutzung führt auf ozeanischen Inseln zu einem massiven Insektenschwund. Dies haben Forscher der Universität Bayreuth auf den Malediven herausgefunden. Auf Inseln mit fortschreitender Urbanisierung dokumentierten sie dort im Schnitt 48 Prozent weniger Insektenarten als auf unbewohnten Inseln. Auf Touristeninseln seien es sogar 66 Prozent weniger. (zu dpa «Tourismus und Urbanisierung führt auf Inseln zu Insektensterben») Foto: Philipp Herder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Malediven sind vor allem für ihre luxuriösen Hotels und traumhaften Strände bekannt.

Philipp Herder/dpa

In der maledivischen Hauptstadt Malé haben Islamisten eine öffentliche Yoga-Veranstaltung in einem Fußballstadium gestürmt. Örtlichen Medien zufolge störten am Dienstag dutzende Angreifer die von Indien unterstützte Veranstaltung in dem Urlaubsparadies und kritisierten Yoga als «gegen die Lehren des Islam». Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Islamisten zu vertreiben, und nahm sechs Menschen fest.

Die Angreifer schwenkten den Angaben zufolge Flaggen mit religiösen Symbolen und vertrieben die Menschen, die sich anlässlich des Internationalen Yoga-Tags versammelt hatten, von ihren Yogamatten.

Der maledivische Präsident Ibrahim Mohamed Solih nannte den Angriff «sehr besorgniserregend» und fügte hinzu, dass die Polizei ermittele. «Die Verantwortlichen werden schnell vor Gericht gestellt werden», schrieb er im Onlinedienst Twitter.

Zunehmendes Problem der Radikalisierung

Die Malediven sind vor allem für ihre luxuriösen Hotels und traumhaften Strände bekannt, religiöse Radikalisierung wird aber zunehmend zu einem Problem für den sunnitisch-muslimischen Inselstaat südwestlich von Indien. So machen die Behörden etwa auch «religiöse Extremisten» für einen Mordanschlag auf den Parlamentspräsidenten Mohamed Nasheed im Mai 2021 verantwortlich, den der Politiker überlebte.

Die Regierung geht entschlossen gegen Islamisten vor: 2019 nahm die Polizei einen mutmaßlichen Rekrutierer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) fest, ausländischen Predigern ist die Einreise verboten.

Die Zusammenkunft in Malé war eine von vielen weltweiten Veranstaltungen, um den Internationalen Yoga-Tag zu feiern. Seit seiner Einführung durch die Vereinten Nationen im Jahr 2014 wird er jedes Jahr am 21. Juni begangen.

(L'essentiel/AFP)

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