Nahostkonflikt – Israel greift wieder den Gazastreifen an

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NahostkonfliktIsrael greift wieder den Gazastreifen an

Israel hat am Donnerstagmorgen Luftangriffe gegen die radikalislamische Hamas geflogen - als Folge der Ermordung dreier israelischer Teenager.

Wie die israelischen Streitkräfte mitteilten, wurden nach dem Beschuss Israels mit mehr als 20 Raketen, 15 Hamas-Ziele angegriffen. Darunter seien versteckte Raketenabschusseinrichtungen und Waffenlager gewesen. Palästinensische Augenzeugen berichteten von heftigen Explosionen und sprachen von mehr als zehn Luftangriffen. Etwa zehn Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden. Es seien Gebäude beschädigt worden.

Den Luftangriffen war der Beschuss von Südisrael mit Raketen aus dem Gazastreifen vorausgegangen. Dabei wurden nach israelischen Medienangaben in Sderot ein Haus und mehrere Autos getroffen. Der Strom sei teilweise ausgefallen. Verletzt wurde jedoch niemand.

16-Jähriger Palästinenser umgebracht

Dem Konflikt sind Morden an Teenagern vorangegangen. So demonstrierten am Mittwochabend Tausende im Gazastreifen demonstriert. Zu der Massenversammlung, an der laut Reportern rund 3000 Menschen teilnahmen, hatte die radikalislamische Hamas aufgerufen.

Am Mittwochmorgen war der 16-jährige Mohammed Abu Chdeir an einer Tramhaltestelle im arabischen Stadtteil Schuafat in Ost-Jerusalem in ein Auto gezwungen worden, in dem Augenzeugen zufolge drei Israelis saßen. Einige Stunden später wurde seine übel zugerichtete Leiche im Westteil der Stadt an einem Waldrand entdeckt.

Zuvor drei israelische Teenager ermordet

Das Verbrechen ereignete sich einen Tag nach der Beerdigung von drei jüdischen Religionsschülern, die ihrerseits im Westjordanland verschleppt und ermordet worden waren. In Jerusalem gab es daraufhin anti-arabische Ausschreitungen rechter Israelis und später dann gewaltsame Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei.

Die Europäische Union äußerte sich «extrem besorgt über die jüngsten Entwicklungen, die das Risiko einer Eskalation erhöhen». Die Behörde der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton verurteilte die Ermordung des palästinensischen Jugendlichen und forderte, «die Verantwortlichen hinter dieser Tat müssen zur Rechenschaft gezogen werden».

US-Außenminister John Kerry führte ein Krisentelefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und rief beide Seiten dazu auf, «besonnen» zu reagieren und die Täter vor Gericht zu bringen.

(L'essentiel/ann/sda)

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