Sensoren im Auto – Ist der Fahrer betrunken, springt das Auto nicht an

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Sensoren im AutoIst der Fahrer betrunken, springt das Auto nicht an

Sensoren messen beim Einsteigen den Alkoholwert des Lenkers. Ist dieser zu hoch, lässt sich das Auto gar nicht erst starten.

Alkoholtests, die Autofahrer in manchen Ländern mit sich führen müssen, haben den Nachteil, dass sie oft gerade dann nicht verwendet werden, wenn sie benötigt würden: Ist der Fahrer betrunken, vermeidet er es, ins Röhrchen zu blasen und sein Auto stehen zu lassen.

Die amerikanische National Highway Traffic Safety Administration hat deshalb kürzlich zwei Technologien vorgestellt, die das Fahren in alkoholisiertem Zustand verhindern sollen. Beim ersten Verfahren werden die Alkoholmoleküle in der Luft gemessen, die sich in unmittelbarer Nähe des Lenkrades befinden. Bei der zweiten Technik wird der Blutalkohol am Finger ermittelt, mit dem man die Zündung oder den Startknopf betätigt.

Automatische Wegfahrsperre Das sogenannte Driver Alcohol Detection System for Safety (DADSS) ist so programmiert, dass das Auto nicht gestartet werden kann, wenn der gemessene Alkoholgehalt über dem gesetzlichen Grenzwert liegt. Wie genau allerdings die Messmethoden der beiden Prototypen sind, bleibt offen.

Bei der Luftanalyse werden die Alkoholmoleküle direkt hinter dem Lenkrad gemessen. Nicht erklärt wird, was passiert, wenn man den Motor mit offenem Fenster oder offener Türe startet oder was passiert, wenn man während der Fahrt trinkt und die Sensoren plötzlich eine Alkoholfahne wahrnehmen. Bei der Analyse am Finger wird eine Infrarottechnik verwendet. Damit wird die Wellenlänge des Blutes unter der Haut gemessen, die sich je nach Alkoholgehalt im Blut verändert.

Freunde und Feinde des automatischen Systems Die Technik nimmt einem zwar die Entscheidung ab, ob man alkoholisiert noch fahren soll oder nicht. Doch es wird auch Kritik laut am System von DADSS. So zitiert die «Detroit News» die Geschäftsführerin eines Getränke-Verbandes, dass damit auch beispielsweise «Social Drinkers», die vielleicht zum Essen ein Glas Wein getrunken haben, von ihrem Auto gestoppt würden, obwohl sie durchaus noch fahren könnten.

Gleichzeitig unterstützen aber viele Autohersteller die Projekte von DADSS. So unterstützen laut der offiziellen Website 19 der weltweit größten Autohersteller die neuen Alkoholtester. Doch spätestens, wenn selbstfahrende Autos zuverlässig durch die Straßen kurven, werden solche Systeme bereits wieder ausgedient haben. (L'essentiel/ray)

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