Sinkendes Frachtvolumen – Ist der Flughafen Findel noch konkurrenzfähig?

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Sinkendes FrachtvolumenIst der Flughafen Findel noch konkurrenzfähig?

LUXEMBURG - Die Gewerkschaft OGBL sorgt sich um den Rückgang des Frachtvolumens auf dem Flughafen Findel. Ist der Stillstand auf politischer und kommerzieller Ebene daran schuld?

Der Flughafen Findel verliert als Frachtstandort zunehmend an Bedeutung. Dies zumindest behauptet der OGBL, der über die negative Entwicklung im Luxair-Cargocenter besorgt ist. «Das umgeschlagene Frachtvolumen fällt kontinuierlich und liegt nun sogar unter dem Wert von 2009, dem schlimmsten Krisenjahr überhaupt», schreibt die Gewerkschaft in ihrer Pressemitteilung. Dabei habe der Frachtflughafen Findel im europäischen Ranking der Organisation «Airport Council International» drei Plätze verloren, so der OGBl weiter. Der Airport wurde vom fünften auf den achten Platz herabgestuft.

Der Flughafen auf dem Findel sei von Konkurrenten aus der Großregion, Frankfurt-Hahn und Lüttich, überholt worden, moniert der OGBL. Dies sei auf eine fehlerhafte Politik des Nachhaltigkeits- und Infrastrukturministers Claude Wiseler und des Wirtschaftsministers Jeannot Krecké zurückzuführen, meint die Gewerkschaft.

Die beiden Konkurrenten von Findel später im Geschäft aktiv

Die oben genannten Minister waren an diesem Morgen für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die LuxairGroup kommentierte jedoch die Anschuldigungen des OGBL: «Wir bleiben wachsam und schauen, was in der Großregion passiert. Der Vergleich mit den Flughäfen Hahn und Lüttich ist aber ungeeignet», sagte Yves Hoffmann, Pressesprecher des Unternehmens, auf Anfrage von L’essentiel Online.

Das Frachtvolumen der zwei Flughäfen in Deutschland und Belgien nehme zu, weil sie später als LuxairCargo ins Frachtgeschäft eingestiegen seien, so Hoffmann. Was das Frachtvolumen betrifft, so «kann keiner heutzutage sagen, was genau in diesem Jahr noch passiert».

Qatar Airways soll Findel helfen

672 000 Tonnen Fracht wurden 2009 über den Flughafen Findel transportiert. Ein Jahr später betrug diese Zahl bereits 736 000 Tonnen. «Es wird mit Sicherheit einen Rückgang der Aktivität geben, aber man kann nicht wissen, ob das Frachtvolumen unter dem Wert von 2009 liegen wird, wie es der OGBL behauptet», berichtet Hoffmann.

Das Cargo-Volumen steige jedes Jahr zu zwei Spitzenzeiten rapide an: zu Weihnachten und Ostern. «Man muss abwarten, bevor man Schlüsse zieht», so der LuxairGroup-Pressesprecher. Die Flugzeuge von Qatar Airways, ddie vor kurzem 35 Prozent an Cargolux übernommen haben, sollten auf dem Findel zweimal pro Woche landen und so das Frachtvolumen des Luxemburger Flughafens steigern. «Wir sind auch permanent auf der Suche nach neuen Kunden», berichtet Hoffmann.

Hahn und Lüttich mit besseren Zahlen

Die Angaben zum Frachtvolumen am Flughafen Findel und seiner beiden Konkurrenten sprechen für sich: Im Juni 2011 freute sich der Airport in Lüttich darüber, «zum ersten Mal in seiner Geschichte» den Luxemburger Flughafen überholt zu haben. 339 431 Tonnen Fracht wurden demnach am belgischen Standort umgeschlagen, während über den Findel nur 325 194 Tonnen transportiert werden konnten.

Im Laufe von 15 Jahren stieg das Frachtvolumen in Lüttich von 7 879 auf 782 121 Tonnen. Der Flughafen Hahn kann sich ebenfalls über eine positive Entwicklung freuen: Das Frachtvolumen stieg von 36,7 Tonnen in 2003 auf 228 547 Tonnen im vergangenen Jahr.

(MC/L'essentiel Online)

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