Betriebsschließung – Ist dies das Ende der Camaïeu-Filialen in Luxemburg?

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BetriebsschließungIst dies das Ende der Camaïeu-Filialen in Luxemburg?

LUXEMBURG – Während in Frankreich die Übernahmeverhandlungen der Camaïeu-Filialen laufen, sind die Mitarbeiter weiterhin besorgt.

Die drei Camaïeu-Filialen in Luxemburg könnten demnächst schließen.

Die drei Camaïeu-Filialen in Luxemburg könnten demnächst schließen.

Belval Plaza

So langsam sollten sich Kundinnen der drei Camaïeu-Filialen in Luxemburg auf ihren letzten Shopping-Ausflug dorthin vorbereiten. Bereits vor der Corona-Krise befand sich das französische Damenbekleidungs-Unternehmen in finanzieller Schwierigkeit. Am 27. Mai wurde es schließlich aufgrund seiner hohen Verschuldung – das angeblich 250 Millionen Euro beträgt – unter Konkursverwaltung gestellt. Weltweit beschäftigt das Unternehmen insgesamt 4000 Mitarbeiter.

Es gebe zwar bereits zwei Übernahmeangebote, dennoch sind die elf in Luxemburg angestellten Mitarbeiter besorgt. Das erste Angebot des aktuellen Managements würde die Schließung der drei Filialen im Großherzogtum – im Luxemburger Bahnhofviertel, in der Stadt Esch und im Belval Plaza-Shopping-Center – mit sich bringen. Eine Immobiliengruppe aus Bordeaux soll ebenfalls an dem Unternehmen Interesse haben. Diese würde für die Fortsetzung der Tätigkeit in Luxemburg sprechen. Aus Frankreich wird in der kommenden Woche eine Gerichtsentscheidung erwartet.

«Angst, ihre Arbeitsstelle zu verlieren»

«Während in Frankreich die Personalvertreter in den Prozess eingebunden sind, sieht es in anderen Ländern ganz anders aus. In Belgien und in Luxemburg stoßen sowohl das Personal als auch dessen Vertreter auf einen Mangel an Transparenz», bedauert die Gewerkschaft OGBL. In Belgien befinden sich die Mitarbeiter deshalb im Streik.

Auf Nachfrage von L'essentiel, äußerte sich eine Mitarbeiterin der Firma über ihre «Angst, ihre Arbeitsstelle zu verlieren». «Das ist für mich und meinen Kollegen das größte Problem. Aber die Regionalleiter sagen einfach weiterhin nichts. Wir wissen nur, dass es in Frankreich ein Gerichtsverfahren geben soll, sonst nichts», erzählt sie.

«Der Umsatz ist um 95 Prozent zurückgegangen»

Welche Lösung steht den Arbeitnehmern in diesem Zusammenhang zur Verfügung? In Erwartung einer Entscheidung rechnet die OGBL mit dem Schlimmsten und appelliert an die anderen Arbeitgeber der Branche «die drei luxemburgischen Filialen oder das betroffene Personal zu übernehmen». Insgesamt sieben Angebote seien vom Handelsgericht geprüft worden, wie der Camaïeu-Hauptsitz in Frankreich L'essentiel gegenüber bestätigte. «Wir werden mehr darüber nach der Gerichtsverhandlung am 24. Juli wissen. Vor dem Insolvenzverfahren hatte die Betriebsverwaltung nämlich entschlossen, die Tätigkeit auf französissprachigen Ländern zu beschränken. Dazu gehörte auch Luxemburg», hieß es.

Aber die Coronakrise habe sich enorm auf die Finanzen des Unternehmens ausgewirkt – insbesondere aufgrund des Lockdowns. «Wir verkaufen unsere Ware an die Kunden hauptsächlich in unseren Filialen und sehr wenig online. Der Umsatz ging in diesem Zeitraum um insgesamt 95 Prozent zurück», erklärte die Camaïeu-Sprecherin.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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