Krisenszenario – Italien am Ende, Euro vor dem Aus

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KrisenszenarioItalien am Ende, Euro vor dem Aus

Ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler behauptet Italien sei nicht mehr zu retten. Mit dem Ende des Euro rechnet er in zwei bis vier Jahren.

Euro-Dämmerung: die europäische Währung steht nach Meinung des Hannoverschen Wirtschaftswissenschaftlers Prof. Dr. Stefan Homburg vor dem Aus.

Euro-Dämmerung: die europäische Währung steht nach Meinung des Hannoverschen Wirtschaftswissenschaftlers Prof. Dr. Stefan Homburg vor dem Aus.

DPA

Die italienische Schuldenkrise bringt den Euro vor das Aus. Das behauptet jedenfalls der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Stefan Homburg in einem Interview für den Radiosender Deutschlandfunk.

Italien sei zu groß, um gerettet zu werden, der Rettungsschirm zu klein, um effektiv sein zu können und die EZB sei nicht mit den entsprechenden Kompetenzen ausgestattet. «Griechenland, Portugal, Irland, die bisherigen Rettungskandidaten, sind kleine Staaten, während Italien von der Wirtschaftskraft her fast ein Fünftel der Eurozone ausmacht und deshalb zu groß ist, gerettet zu werden.»

Deutschland in Währungsunion mit Niederlanden und Österreich?

Den Euro hat der Wirtschaftswissenschaftler der Leibniz-Universität Hannover bereits abgeschrieben: «Es kann sein, dass durch irgendwelche drastischen Maßnahmen und Rechtsverstöße die Staats- und Regierungschefs es schaffen, die Situation noch zwei, drei, vier Jahre hinauszuschieben. Es kann aber auch sein, dass uns schon nächste Woche gesagt wird, so geht es nicht weiter.»

Den deutsch-französischen Plan zum Umbau Europas scheint Prof. Dr, Stefan jedenfalls keine großen Perspektiven zuzuschreiben. Der Euro könne allenfalls von deutscher Seite aufrecht gehalten werden: «Es könnte sein, dass Deutschland zu einer eigenen Währung zurückkehrt, es könnte sein, dass Deutschland einen kleinen Währungsverbund, zum Beispiel mit Österreich oder den Niederlanden, hat.»

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So viele Schuldscheine wie aus keinem anderen Land

LUXEMBURG - Was würde Luxemburg aus Italien drohen? Die Luxemburger Banken besitzen so viele Schuldscheine aus Italien wie aus keinem anderen Land, wie aus den Zahlen der Zentralbank aus dem Monat Mai hervorgeht. Sie haben einen Wert von zehn Milliarden Euro, Investmentfonds besitzen Papiere im Wert von 55 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Griechische Papiere machen insgesamt einen Wert von 4,2 Milliarden Euro aus.

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