«Sicherheit hat Priorität» – Italien verteidigt strengere Einreise-Regeln
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«Sicherheit hat Priorität»Italien verteidigt strengere Einreise-Regeln

Ab heute fordert Italien von Einreisenden neben Impfpass und digitaler Einreiseanmeldung auch einen aktuellen negativen Corona-Test. Ungeimpfte müssen fünf Tage in Quarantäne.

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza hat die Verschärfung der Regeln für Einreisende aus dem EU-Ausland bekräftigt. «In diesen Stunden kann unsere Priorität auf nichts anderem liegen, als uns weiter dafür einzusetzen, unser Land in Sicherheit zu bringen», sagte er am Donnerstag bei einem Kongress des italienischen Verbands des Pflegepersonals FNOPI.

Auch Entscheidungen wie die Verlängerung des Notstandes und die Einschränkungen für internationale Reisen zielten genau darauf ab. Man wolle mit einem hohen Maß an Überwachung deutlich steigende Ansteckungszahlen und Krankenhauseinweisungen wegen des Coronavirus und neuer Varianten vermeiden, erklärte Speranza weiter.

Akzeptiert werden PCR- und Antigen-Tests

Seit Donnerstag brauchen alle Einreisenden aus dem EU-Ausland in Italien neben dem bislang üblichen Impf- oder Genesungsnachweis und der digitalen Einreiseanmeldung einen negativen Corona-Test. Akzeptiert werden der Anordnung zufolge PCR-Tests, nicht älter als 48 Stunden, und Antigen-Tests, nicht älter als 24 Stunden. Ungeimpfte müssen außerdem fünf Tage in Quarantäne.

Die kurzfristig beschlossene Maßnahme sorgte bei der EU in Brüssel für Verwunderung. Bislang reichte bei der Einreise aus anderen EU-Ländern ein Impf-, Genesenen- oder Testnachweis. Die neuen Maßnahmen sollen vorerst bis zum 31. Januar gelten.

Kritik von Tourismus-Lobby

Der italienische Verband der Tourismusbranche sieht nach der Einführung der Corona-Testpflicht für Reisende aus dem EU-Ausland eine Gefahr für das Winterferien-Geschäft. Die ab Donnerstag geltende Anordnung lasse den Tourismusbetrieben wieder einmal keine Möglichkeit, sich darauf vorzubereiten, sagte Marina Lalli, Präsidentin des Federturismo. «Die Beherbergungsbetriebe und Kulturstädte riskieren wieder einmal, den höchsten Preis zu bezahlen.»

Die Maßnahme wird Lalli zufolge unweigerlich zu Stornierungen führen und das Szenario für die Tourismusbranche noch angespannter machen, als es ohnehin schon war.

(L'essentiel/DPA/AFP/trx)

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