Erste Hinrichtungen seit 2019 – Japan richtet drei verurteilte Mörder durch Erhängen hin

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Erste Hinrichtungen seit 2019Japan richtet drei verurteilte Mörder durch Erhängen hin

Die japanische Justiz hat drei Mörder hinrichten lassen. Es waren die ersten Vollstreckungen der Todesstrafe unter dem im Oktober gewählten Premierminister Fumio Kishida.

Die Regierung in Japan hat drei Häftlinge hinrichten lassen. Wie eine Sprecherin des Justizministeriums der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag sagte, handelte es sich bei den drei Männern um verurteilte Mörder. Es war die erste Vollstreckung von Todesurteilen in dem Land seit 2019. Seit 1945 wurden über 600 Personen hingerichtet. In Japan geschieht dies durch Hängen in einer speziellen Exekutionszelle mit Hilfe einer Falltür, auf die sich der Verurteilte stellen muss. 2019 wurden drei Menschen hingerichtet, ein Jahr zuvor waren es 15 gewesen. Darunter waren 13 Angehörige der Aum-Sekte, die 1995 einen Giftgasanschlag in de U-Bahn verübte.

Unter den Hingerichteten war laut Angaben des Ministeriums ein 65-Jähriger, der im Jahr 2004 seine Tante, zwei Cousins und vier weitere Menschen mit einem Hammer und einem Messer getötet hatte. Bei den beiden anderen handelte es sich demnach um einen 54-Jährigen und seinen 44-jährigen Komplizen, die im Jahr 2003 zwei Angestellte einer Spielhalle getötet hatten.

Erst Minuten vor Hinrichtung benachrichtigt

In Japan sitzen derzeit mehr als 100 Menschen in der Todeszelle. Das Land gehört zu den wenigen Industrienationen, die noch die Todesstrafe vollstrecken. Trotz internationaler Kritik ist die Zustimmung der japanischen Bevölkerung weiterhin hoch. Oft sitzen zum Tode Verurteilte jahre- oder jahrzehntelang in der Todeszelle und erfahren erst wenige Stunden oder gar nur Minuten vor ihrer Hinrichtung von der Vollstreckung. Die Angehörigen werden oft auch erst nach dem Tod der Verurteilten benachrichtigt.

«Angesichts der Tatsache, dass sich immer wieder grausame Verbrechen ereignen, ist es notwendig, diejenigen hinzurichten, deren Schuld extrem schwerwiegend ist, daher ist es unangemessen, die Todesstrafe abzuschaffen», erklärte der stellvertretende japanische Kabinettschef Seiji Kihara.

(L'essentiel/AFP/trx)

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