Ontake – Japan zittert vor neuem Vulkan-Ausbruch
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OntakeJapan zittert vor neuem Vulkan-Ausbruch

Die Suche nach Opfern am Ontake in Japan wurde abgebrochen. Zu groß sei die Explosionsgefahr des Vulkans. Noch immer gelten mehrere Wanderer als vermisst.

Die Furcht vor einem erneuten Ausbruch des Vulkans Ontake in Japan wächst: Das Meteorologische Amt Japans meldete am Dienstag die stärksten seismischen Aktivitäten seit Samstagabend - kurz nach der ersten Eruption, die mindestens 36 Bergsteiger in den Tod gerissen hatte.

Rettungskräfte mussten die Bergung von Leichen abbrechen.

Wegen der gefährlichen Bedingungen konnten erst zwölf Tote von dem 3067 Meter hohen Ontake geborgen werden. Bei dem ersten Ausbruch wurden auch 59 Menschen verletzt, 27 von ihnen schwer. Rund 100 Freunde und Verwandte der Vermissten warteten in der nahen Stadt Kiso in einer Stadthalle auf Neuigkeiten. Es wird davon ausgegangen, dass beim Ausbruch des Vulkans 250 Wanderer in der Region waren. Die meisten schafften es bis Samstagabend vom Berg nach unten.

Todesursachen noch unklar

Wie die Opfer umkamen, ist noch nicht geklärt. Es wird aber angenommen, dass sie entweder durch den Ascheregen oder an giftigen Gasen erstickten oder von Gesteinsbrocken erschlagen wurden. Einige Leichen weisen schwere Quetschungen auf. Überlebende berichteten, Felsbrocken seien umhergeflogen.

Der Ausbruch des Vulkans kam völlig überraschend. Obwohl die Behörden ein wenig erhöhte seismische Aktivitäten in den vergangenen zwei Wochen festgesellt hatten, gab es keine Hinweise auf eine grosse Eruption. Typische Anzeichen wie unterirdische geotektonische Bewegungen wurden nicht entdeckt.

Der Ontake liegt an der Grenze der Präfekturen Nagano und Gifu auf der Hauptinsel Honshu - rund 210 Kilometer westlich von Tokio. Der letzte grosse Ausbruch datiert aus dem Jahr 1979. Damals waren keine Menschen ums Leben gekommen.

(L'essentiel/woz/sda)

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