Luxemburgs Außenminister – Jean Asselborn will auch 2023 wieder kandidieren
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Luxemburgs AußenministerJean Asselborn will auch 2023 wieder kandidieren

LUXEMBURG – Der ehemalige Steinforter Bürgermeister ist nach Dienstjahren der drittälteste Außenminister der Welt. Doch genug hat er noch lange nicht.

Sollte sein Plan aufgehen, kann Asselborn am Ende seines fünften Mandats auf 24 Jahre Amtszeit zurückblicken.

Sollte sein Plan aufgehen, kann Asselborn am Ende seines fünften Mandats auf 24 Jahre Amtszeit zurückblicken.

DPA

Jean Asselborn (LSAP) will auch über die Chamberwahlen 2023 hinaus Außenminister Luxemburgs bleiben. «Ich bin noch weit von Joe Bidens Alter entfernt», erklärt er ironisch im Gespräch mit L'essentiel am Donnerstagabend. Wenn ein Minister bis zum Ende des Mandats im Amt sei, gebe es keinen Grund für ihn, nicht erneut anzutreten. Ob es dann auch mit dem fünften Mandat klappe, hänge natürlich von etwaigen Koalitionsverhandlungen ab.

Seit 2004 Chefdiplomat hat sich der ehemalige Steinforter Bürgermeister ein nicht zu unterschätzendes politisches Gewicht erarbeitet. Gerade in der Flüchtlingspolitik «treibt er die Großen vor sich her», schreibt der Spiegel in seiner am morgigen Freitag erscheinenden Ausgabe. In dieser würdigt das Hamburger Magazin Asselborn als «Der letzte Europäer». Eine weitere Amtszeit strebe er aber nicht der Macht wegen an, sondern weil er fürchte, dass seine Stimme fehlen würde, wenn Politiker wie Viktor Orban künftig den Ton in der EU noch stärker bestimmen würden.

«Ich bin nach Dienstjahren der drittälteste Außenminister der Welt», erklärt Asselborn, «vor mir kommen nur noch der Turkmene (Raşit Öwezgeldyýewiç Meredow, Anm. d. Red.) und Sergej Lawrow.» Sollte der heute 71-Jährgie bis 2028 im Amt bleiben, stehen die Chancen nicht schlecht, dass in dieser Liste niemand mehr vor ihm steht. Dann wäre er allerdings auch älter als Joe Biden heute.

(Philip Weber/L'essentiel)

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