Vermisste – «Jede Woche verschwinden Menschen»

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Vermisste«Jede Woche verschwinden Menschen»

LUXEMBURG – François Thillmann, Nancy Wolff oder die Leiche, die am Sonntag auf einem Parkplatz in Strassen gefunden wurde. Sie alle wurden vermisst gemeldet – wie noch 75 andere Luxemburger.

Ihre Namen kennt ganz Luxemburg. Nancy Wolff, die junge Frau aus Ettelbrück, die mehr als sieben Monate lang vermisst wurde und deren Leiche Anfang Dezember aus dem Stausee geborgen wurde. François Thillmann, der 28-jährige Luxemburger, dessen Spur sich in der Nacht auf den 11. Dezember in der Pariser Vorstadt Ivry-sur-Seine verlor. Seitdem suchen ihn Freunde und Familie, über Facebook und YouTube. Oder die Leiche eines Mannes, die am Sonntag in Strassen auf einem Parkplatz entdeckt wurde. Seine Familie hatte ihn zuvor vermisst gemeldet.

Von 20 fehlt seit drei Monaten jede Spur

Nicht alle Fälle sind so spektakulär: «Jede Woche verschwinden Menschen einfach so», erklärt Polizei-Sprecher Vic Reuter. Am Montag galten in Luxemburg 75 Menschen als «vermisst». Von mehr als 20 fehlt seit mehr als drei Monaten jede Spur.

Tag für Tag ändern sich die Zahlen. «Mehr als 98 Prozent werden wiedergefunden. Dass man vom schlimmsten ausgehen muss, kommt glücklicherweise nicht oft vor», so Reuter.

Ausreißer bei Polizei bekannt

Am häufigsten verschwinden Jugendliche, die von zuhause ausreißen. «Oft ist es nicht ihr erster Versuch, abzuhauen. Dann kennen wir die schon», meint der Polizeisprecher.
Ab und zu verschwinden Menschen auch «nach einem Unfall oder durch Selbstmord. Sehr selten sind Entführungen oder Mord.»

Sobald jemand als vermisst gemeldet wird, beginnen bei der Polizei die Ermittlungen. Gilt das Verschwinden als besonders besorgniserregend, weil etwa ein Kind oder ein Kranker betroffen ist, wird die Suche auch durch Ortung des Handys unterstützt.

(L'essentiel Online mit sg)

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